Die Marktgemeinde Wiesenttal will ihre Parkflächen bewirtschaften. Dafür hat sie beschlossen, ein Modell mit Anmeldung per Handy und App zu wählen. Für ein Jahr zur Probe läuft dies. Die Kommune will damit einen Teil des Aufwands zurückholen, der ihr durch das Bereitstellen von Parkplätzen entsteht.

Hauptsächlich geht es um eine Regelung für Langzeitparker. Man denkt an eine Tagesgebühr von vier oder fünf Euro. In der Sitzung legte die Verwaltung dem Marktgemeinderat eine Liste der vorhandenen Parkplätze in allen Ortsteilen vor. Einige müssen von vorneherein ausscheiden, weil an diesen Stellen kein sicherer Handyempfang vorhanden ist. So regte Günter Schürer ( CSU ) für den Wüstensteiner Friedhof an, dort ersatzweise mit Parkscheiben zu arbeiten, damit Dauerparker den Friedhofsbesuchern nicht die Stellmöglichkeiten blockieren.

Vor statt in der Garage geparkt

Nicht selten soll es die Unart geben, dass jemand zwar eine Garage besitzt, der Bequemlichkeit halber aber sein Fahrzeug auf der Straße vor seinem Haus abstellt. Und manchmal ist das sogar ein abgemeldetes Fahrzeug, ein Anhänger oder ein Wohnmobil eines Einheimischen, haben etliche Ratsmitglieder beobachtet.

Ein spezielles Problem sah Julian Windisch (BGS) im Umfeld des Streitberger Bürgerhauses. Gleich an der B 470 wurde für die Besucher ein Parkplatz angelegt; auf der Straße Am Bürgerhaus darf aber auf einer Seite ganz normal geparkt werden. Der Parkplatz soll künftig etwas kosten. „Wie soll mit der Straße verfahren werden?“, fragte er seine Kollegen.

Steigende Besucherzahlen

Die waren sich einig, nicht zuletzt wegen der steigenden Besucherzahlen in der Fränkischen Schweiz, die Parkraumüberwachung weiträumig einzuführen. „Nicht schon jetzt nach Ausnahmen suchen“, warnte Konrad Rosenzweig ( CSU ). Doch eine gibt es schon: Ein Arzt oder eine Firma kann sich an die Gemeinde wenden, damit für Patienten oder Mitarbeiter kostenfreie Parkplätze ausgewiesen werden können. Bürgermeister Marco Trautner (FWW/ CSU ) erinnerte an den Pilotcharakter der neuen Regelungen: „Wir wagen einen neuen Schritt.“ Und Hans Heißenstein (WU) ergänzte, in diesem ersten Jahr müsse man schauen, ob es eine Verlagerung der Parker gäbe.

Fehlende Abfallbehälter

Das wachsende Interesse an der Fränkischen Schweiz durch Nah- und Ferntouristen bringt für Wiesenttal einige weitere, aber eher kleine Probleme mit sich. So wies Christin Kellner (FWW) auf fehlende Abfallbehälter in Niederfellendorf hin; dort stehen weniger als früher. Sie habe bereits beobachtet, dass Hundehalter zwar die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner eintüteten, aber die Beutel auf einem Haufen ablegten, weil eben der Abfalleimer fehlt.

Stellplätze für Wohnmobile

In Streitberg ist ein Wohnmobilstellplatz ausgewiesen und auch in Reiseführern genannt. Doch hierbei handelt es sich nur um eine Art Notlösung ohne Sanitärstation. Das Abstellen wurde auf einem Platz der Gemeinde gestattet, der aber auch – wie aktuell – als vorübergehender Lagerplatz für eine Baufirma , die im Ortskern arbeitet, dient.

Gerhard Kraus (BGS) regte an, nach einem gefälligeren Platz für die Wohnmobilisten zu suchen. Neue Angebote dafür sucht auch die Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) „Fränkische Schweiz aktiv“ in allen Mitgliedsgemeinden; dafür soll es eine Förderung geben.