Bei der letzten Gemeinderatssitzung in Dormitz war erneut der barrierefreie Ausbau der vier Bushaltestellen zentrales Thema. Da Dormitz an der Bushauptstrecke nach Erlangen liegt, möchte die Gemeinde die Bushaltestellen barrierefrei umbauen. Einige Klippen gilt es zu umschiffen.

Barrierefrei bedeutet, dass Reststufenhöhe und Spaltbreite beim Ein- und Ausstieg weniger als fünf Zentimeter betragen dürfen. Ist dieses Kriterium erfüllt, so können Personen mit Rollstuhl in der Regel öffentliche Verkehrsmittel ohne Hilfe Dritter nutzen. Zu berücksichtigen sind auch technische Gegebenheiten der Busse . Gelenkbusse benötigen weitere Umbaumaßnahmen für die vier Haltestellen wie farblich abgesetzte Bordsteine, um mindestens 20 Zentimeter angehoben, um einen nahezu höhengleichen Einstieg in den Bus zu ermöglichen sowie taktile Leitstreifen für Blinde und Sehbehinderte.

Diese Merkmale besitzen barrierefreie Haltestellen. Während für die Haltstellen in der Erleinhofer Straße und die Haltestelle Raiffeisenstraße Fahrtrichtung Neunkirchen diese Kriterien umgesetzt werden können, kann sich das Gremium mit der Zustimmung der Fachbehörden, dass der Bus in Fahrtrichtung Erlangen auf der Fahrbahn hält, nicht anfreunden. Bürgermeister Holger Bezold (FW) forderte einige Gemeinderäte auf, die Tonwahl gegenüber dem Planungsbüro Weyrauther zurückzufahren. Gemeinderat Christoph Schmitt ( CSU ) hatte in einer acht Seiten langen Stellungnahme, die an alle Gemeinderäte und das Planungsbüro übermittelt wurde, die Befürwortung der Fachbehörden widerlegt. Gemeinderat Florian Scharf ( CSU ) als auch Christoph Schmitt bezweifeln, dass das Planungsbüro alle Möglichkeiten bei der Planung der Bushaltestelle Raiffeisenstraße geprüft hat. Scharf erinnert daran, dass seine Vorschläge dazu nicht berücksichtigt wurden. „Den Bushalt auf die Straße zu verlagern, ist der schlechteste Vorschlag “, betont Schmitt. „Ich will nicht, dass sich die Autos stauen.“

Zweiter Bürgermeister Erich Mirsberger hält ebenfalls die Planung für ziemlich schwach und lehnt diese kategorisch ab mit der Forderung nach einer umsetzbaren Alternative. Es sei schwierig, in einer bestehenden Bebauung eine barrierefreie Bushaltestelle abzubilden, sagt Bürgermeister Bezold. Mit einem Grunderwerb aus der Flächennummer 40 sei der Eigentümer nicht einverstanden gewesen, teilt Bezold dem Gremium mit. Mit der Sperrung der Raiffeisenstraße würde eine wichtige Zubringerstraße für Anwohner und Feuerwehr wegfallen.

„Wir werden heute keine Lösung finden“, sagte Bezold, nachdem die Variante für einen Bushalt auf der Straße Richtung Erlangen keine Mehrheit fand. Das Gremium beschloss, die Planungen für den ersten Bauabschnitt der Bushaltestellen Erleinhofer Straße weiterzuführen. Die Haltestelle Raiffeisenstraße Fahrtrichtung Neunkirchen wird ebenfalls umgesetzt, nachdem die Räte damit grundsätzlich Einverständnis bekundeten. Mit dem Ausbau der Haltestelle Raiffeisenstraße Fahrtrichtung Erlangen zeigten sich die Räte nicht einverstanden.

Hier sollen weitere Möglichkeiten geprüft werden, eventuell mit einem anderen Planungsbüro. Ebenfalls wurde vorgeschlagen, als Option die Haltestelle auf den Parkstreifen in der Raiffeisenstraße zu verlegen und eine Umsetzung zu prüfen.