Der Landkreis Kulmbach liegt bei der regionalen Wirtschaftsförderung weiterhin im sonstigen Fördergebiet. Das bedeutet, wie Klemens Angermann vom Landratsamt im Wirtschaftsausschuss aufzeigte, dass kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen auch künftig mit Zuschüssen rechnen können.

Rückblickend stellte Landrat Söllner fest, dass der Landkreis im bisherigen Förderzeitraum stark profitiert habe. Nach dem ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission sollte Deutschland ab 2022 signifikant weniger Fördermittel aus Brüssel erhalten. Wirtschaftsförderer Klemens Angermann: "Aufgrund der im EU-Vergleich überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Entwicklung sollte das Regionalfördergebiet in Deutschland um knapp ein Drittel von 25,85 Prozent der deutschen Bevölkerung auf 16,7 Prozent verkleinert werden. Diese Einschränkung hätte in Bayern zu einem noch größeren Fördergefälle geführt."

Deshalb hätten sich die Wirtschaftskammern in Oberfranken, der Oberpfalz und Niederbayern an die EU-Kommission und an das Bundeswirtschaftsministerium gewandt und Korrekturen gefordert. Mit erfolg. Danach können im Landkreis Kulmbach kleine Unternehmen einen Zuschuss von bis zu 20 Prozent erhalten. Mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten hätten Anspruch auf einen Investitionszuschuss von bis zu zehn Prozent.

Auch in der Förderperiode 2023 bis 2027 soll potenziellen Projektträgern im Landkreis Kulmbach der Zugang zur Leaderförderung offenstehen. Der Wirtschaftsausschuss sprach sich deshalb grundsätzlich für eine Bezuschussung der Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie aus.

Über die konkrete Höhe und die Fördermodalitäten wird nach Vorlage entsprechender Angebote im Herbst dieses Jahres entschieden. Klemens Angermann zeigte auf, dass die LAG Kulmbacher Land schon seit mehr als 20 Jahren zu den bayerischen Leader-Regionen zählt: "In den zurückliegenden Programmphasen ist es gelungen, hohe Fördersummen in das Kulmbacher Land fließen zu lassen." Exemplarisch wies er auf die Projekte auf dem Kulmbacher Mönchshof, im DDM oder im Besucherbergwerk Kupferberg hin. "Gerade in dieser Zeit zählte die LAG Kulmbacher Land zu den erfolgreichsten in Bayern", ergänzte Landrat Klaus Peter Söllner (FW).

In der noch laufenden Programmperiode nannte Klemens Angermann die Projekte innovative Ausstattung Naturbühne Trebgast, Erlebnisachse Steinachtal, Radwegekonzept Kulmbacher Land sowie die Lindenkirchweih Limmersdorf.

Söllner machte aber auch deutlich, dass zuletzt andere Fördertöpfe wie die Nordbayernoffensive hohen Stellenwert erlangt haben.

Für den Tourismus im Landkreis Kulmbach wird eine neue Social-Media-Kampagne unter dem Slogan "Mein Herz schlägt für ..." laufen, die mit der Kulmbacher Agentur dc AG umgesetzt werden soll. Cornelia Krueger erhielt für das Konzept breite Zustimmung.

Der Gesamtpreis beträgt 10 472 Euro zuzüglich eines Werbebudgets von 5000 Euro.