Was haben abgeschnittene Äste eines Baums oder Strauches im Garten mit dem Entzünden eines Johannisfeuers zu tun? In beiden Fällen wird Holz verbrannt. Weil das Verbrennen holziger Gartenabfälle, wie es im Behördendeutsch so schön heißt, im bebauten Bereich seit Jahresbeginn nicht mehr erlaubt ist, stellte Klaus Dünisch (KUL) bei der Gemeinderatssitzung den Bezug zwischen Ästleshaufen im Garten und Sonnwendfeuer her.
Aufgrund einer Maßgabe der bayerischen Staatsregierung (Luftreinhalteverordnung) dürfen Äste künftig nicht mehr in Ortsbereichen verschürt werden - was in Pfarrweisach bislang zwischen 16. März und 30. April sowie 1. Oktober und 15. November zulässig gewesen war - und auch nicht zum Verbrennen auf Felder und Wiesen gebracht und dann verbrannt werden. Schlagwort: Feinstaub-Belastung.
Eine Verordnung, die für Städte konzipiert ist, trifft aufs flache Land, was Klaus Dünisch in Rage brachte: "Wo bleibt denn hier die kommunale Selbstverwaltung?", wetterte er, angesichts der Tatsache, dass der "Ober den Unter sticht". Dünisch zweifelte die Begründung der Feinstaub-Belastung vom Grundsatz her an, verwies auf Holz- und Kachelöfen und fragte: "Was ist denn dann mit den Sonnwendfeuern?"
Bei zwei KUL-Gegenstimmen hob der Gemeinderat die bisher geltende Satzung auf. Somit ist ab sofort kein Verbrennen von Ästen im Bereich von Wohnbebauung mehr erlaubt.