Stephan Herbert Fuchs

Nach den Landtagswahlen vor wenigen Tagen sieht sich die FDP im Aufwind. "Mit der FDP ist wieder zu rechnen", sagte der Kreisvorsitzende und neue Ortsvorsitzende Thomas Nagel bei der Mitgliederversammlung des Ortsverbands Kulmbach. "Wir haben Vertrauen zurückgewonnen", so Nagel.
Eindringlich warnte er vor der AfD: Wer behaupte, die AfD wäre die neue Partei der Mitte und damit ein Mitbewerber zu den Liberalen, der habe noch keine Zeile des Wahlprogramms gelesen. So fordere die AfD, das Arbeitslosengeld und die Arbeitslosenversicherung komplett abzuschaffen. "Wenn sich jemand vor der Wahl die Mühe gemacht hätte, das Programm zu lesen, dann wäre das wahre Gesicht schnell deutlich geworden."
Es gebe nur eine Partei in der Mitte, und das sei die FDP, sagte Nagel und sah es als Chance, zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik klar Kante zu zeigen. Dazu gehöre der humanitäre Schutz für Kriegsflüchtlinge genauso wie schnelle Asylverfahren und die Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort.


Parkplatz auf Reitanlage

Die FDP fordere schon lange ein Einwanderergesetz mit klaren Regeln, intensive Sprach-, Ausbildungs- und Integrationsprogramme, die konsequente Rückführung von Personen, die keine Bleibeperspektive haben und die Ausweisung straffällig gewordener Flüchtlinge. "Nahezu geräuschlos" gelinge die Integration in Kulmbach, sagte Nagel und dankte allen, die sich ehrenamtlich einbringen.
Kommunalpolitisch steht für die FDP die Aufwertung der Plassenburg weiter im Mittelpunkt. Die Besucherzahlen bestätigten die Forderungen nach einer Aufwertung des Wahrzeichens. "Wir brauchen eine attraktive Museumslandschaft für die ganze Familie", sagte Nagel. Er forderte außerdem die Öffnung der Plassenburg für Pkw auf der ehemaligen Reitanlage.
Als weiteres kommunales Thema nannte Nagel die Attraktivierung der "Kieswäsch'". "Wir müssen mehr Lebensqualität am Naherholungsgebiet Mainaue schaffen", so der Vorsitzende. Erste Schritte dazu seien vernünftige WC-Anlagen und Parkplätze.
Der bisherige Vorsitzende Joachim Unruh vertrat die Auffassung, dass sich die FDP in der Vergangenheit zu sehr versteckt habe. Dabei gebe es extrem viele Themen, bei denen die Liberalen gefordert seien.
Bei den Neuwahlen löste Thomas Nagel Joachim Unruh ab, der nicht mehr kandidiert hatte. Erste stellvertretende Vorsitzende bleibt Margit Drechsler, neuer Zweiter stellvertretender Vorsitzender ist Philip Diller.
Zu Beiräten wurden Brita Ziegler, Joachim Unruh und Klaus Pühlhorn gewählt.