Zweimal das Thema Verkehr: Der Kauf eines Bürgerbusses sowie die Schaffung einer Fahrradabstellanlage durch die Deutsche Bahn im Rahmen der "Bike + Ride-Offensive" waren zwei Punkte, mit denen sich der Gemeinderat von Ebelsbach am Mittwoch befasste. Es wurde viel diskutiert. Bei beiden Themen sehen die Gemeinderäte noch Gesprächs- und Informationsbedarf. Es kam zu keiner Beschlussfassung.

Grundsätzliches

Bürgermeister Martin Horn (SPD) hatte das Thema Bürgerbus auf die Tagesordnung gesetzt, um zu eruieren, ob die Gemeinde einen Bürgerbus anschaffen soll. Er wies darauf hin, dass der jetzige Kindergartenbus in die Jahre gekommen sei und bei einem Ausfall jetzt schon Privat-Pkw eingesetzt werden müssen. Auch für die Ferienbetreuung müsse man sich immer wieder einen Bus ausleihen. Außerdem könnten den Bür-gerbus Vereine nutzen. Vielleicht gelinge es, zu einem "Rufdienst" zu kommen, über den besonders ältere Bürger das Fahrzeug in Anspruch nehmen könnten.

Markus Reinwand (CSU) war der Meinung, dass man dieses Thema auf ein größeres Fundament stellen sollte. Konkret schlug er einen Arbeitskreis mit den Kirchen vor, um ein Konzept zu entwickeln. "Wenn man eine Maschine kauft, muss man wissen, wie man sie braucht und nutzt." Das gehe bis dahin, dass man abfragen sollte, ob es auch Fahrer für diesen Bus gebe.

Weitere Überlegungen

Tobias Ziegler (BNL) sah sich ebenfalls nicht abgeneigt. Auch er will im Vorfeld eine Abfrage starten. Dabei sollte man ein behindertengerechtes Fahrzeug oder die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs in der Überlegung nicht ausschließen.

Helmut Schöpplein (CSU) fragte, ob man an feste Abfahrtszeiten für den Bürgerbus in den Orten denke. Vielleicht wäre dies möglich, einen solchen Plan zwei- bis dreimal die Woche anzubieten und vielleicht sogar auf den Einzugsbereich der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebelsbach auszuweiten. Dazu kam der Hinweis, dass in der Gemeinde Kirchlauter schon ein Bus in Richtung Ebern fahre und Breitbrunn einen eigenen Bürgerbus habe.

Patricia Mück (SPD) meinte, dass der Kauf notwendig sei und die Gemeinde eine solche Entscheidung unabhängig von den Vereinen treffen könne. Dem widersprach Roland Metzner (CSU), der sich für eine Bedarfsabfrage aussprach. "Dann wissen auch die Vereine, Kirchen, Institutionen sowie die Bürger Bescheid - und auch wir, in welche Richtung es gehen soll."

Zur Förderung informierte Bürgermeister Martin Horn, dass Unterstützung nur zu erhalten sei, wenn man feste Linien anbiete. Das wolle man jedoch nicht; in Unterfranken gebe es bisher nur zwei Bürgerbusse, die auf diese Weise bezuschusst wurden.

Horn sprach sich für einen etwas größeren Bus mit längerem Radstand und einem größeren Kofferraum aus. Eine Hebebühne findet er zu aufwendig. Er geht davon aus, dass man einen solchen Bus für rund 30 000 Euro haben könnte.

Sorgen bereitet ihm derzeit, dass der Kindergartenbus ausfallen könnte, weswegen man dann an zwei Busse denken müsste. Von einem Beschluss sah der Gemeinderat ab. Vorher wird der Bedarf abgefragt.

Noch einmal das Thema Verkehr: Bürgermeister Horn informierte das Gremium über die "Bike +Ride-Offensive" des Bundesumweltministeriums sowie der Deutschen Bahn zum Ausbau von Radabstellanlagen an Bahnhöfen. Ziel ist es, bis zu 100 000 zusätzliche "Bike + Ride"-Plätze deutschlandweit bis Ende 2022 zu installieren. Die Gemeinde Ebelsbach nimmt laut Horn an diesem Förderprogramm teil. Die Maßnahme ist mit knapp 28 000 Euro angesetzt. Die Förderung liegt bei 60 Prozent (über 16 000 Euro).

"Damit hätte ich keine Probleme, weil dies ein Vorteil für unsere Gemeinde ist und unseren Bahnhaltepunkt aufwertet. Was mir allerdings gegen den Strich geht, sind die 950 Euro, die wir für die Erstellung des Gestattungsvertrages an die Bahn leisten sollen", meinte der Bürgermeister.

Tobias Ziegler war anderer Meinung: "Ich sehe die 11 000 Euro von der Gemeinde überhaupt nicht ein. Dies ist überdimensioniert, und er würde sein Fahrrad hier sowieso nicht abstellen. Ein Fleckchen macht man schön, aber alles andere am Bahnhof sieht ganz anders aus."

Und was macht Eltmann?

Roland Metzner ergänzte: "Das ist ein Wahnsinnsgeld für ein paar Fahrräder. Ich bin grundsätzlich für Unterstellmöglichkeiten, aber da sollte man für den Bereich des Bahnhofs ein Paket schnüren."

Gerald Makowski (CSU) brachte den Vorschlag ein, dass sich die Stadt Eltmann beteiligen könnte. Wenn sie sich nicht beteilige, könne man den Bahnhof ansonsten gleich in Ebelsbach umbenennen.

Bürgermeister Martin Horn sah das Angebot dennoch positiv. "Wenn ich die Voraussetzungen schaffe, dass es gepflegt ist, wird auch die Akzeptanz größer. Es sind ja auch kommunale Flächen betroffen. Außerdem haben wir uns früher schon einmal Gedanken gemacht, Unterstellhallen zu schaffen."

Von einer Beschlussfassung wurde erneut abgesehen. Horn schlug vor, dass er sich mit der Stadt Eltmann zusammensetzt. Auch über die technische Ausführung einer solchen Anlage sollen weitere Überlegungen angestellt werden, hieß es.