Josef Hofbauer

Auf einer Länge von rund hundert Metern liegt die Von-Ketteler-Straße voller Glassplitter. Sie sind die Folgen einer Verpuffung, die sich bei Arbeiten an der Heizungsanlage der Wohnung im ersten Stock des Hauses Nummer 39 ereignet hat. Der 21jährige Heizungsmonteur aus dem Raum Fürth kann sich mit schwersten Verletzungen aus der brennenden Wohnung in das Erdgeschoss retten. Er wird mit dem Rettungswagen ins Klinikum Forchheim gebracht und von dort wegen seiner schweren Verbrennungen mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Die 92jährige Hausbesitzerin bleibt unverletzt.
Die Explosion ereignete sich gegen 12.50 Uhr. "Erst habe ich gedacht, dass an der Kreuzung der Bammersdorfer und der Von-Ketteler-Straße zwei Autos mit 100 km/h zusammenstoßen sind", erklärt ein Nachbar den Riesen-Knall, den es gegeben hatte. Als er aus dem Fenster auf die Straße sah, war die mit Glassplittern übersät. "Passanten liefen aufgeregt auf das Nachbarhaus zu, um zu helfen", berichtet der Anwohner.


Wohnung brannte

Als die Feuerwehr eintraf, fand sie ein Bild der Verwüstung vor. Die Wohnung im ersten Stock des Hauses stand in Flammen, die aber rasch gelöscht werden konnten, berichtet Einsatzleiter Werner Horsch. Seine Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin das ganze Gebäude und das Nachbarhaus auf etwaige Brandherde. Ebenfalls im Einsatz war die FFW Hausen. Das THW stütze das einsturzgefährdete Haus ab. Sie haten massiven Risse entdeckt, die das Gebäude bei der Explosion davongetragen hatte. Das Dach wurde durch die Wucht der Detonation einige Zentimeter hoch gehoben und fiel dann wieder auf die Mauern, erklärt Horsch. Davon zeugen auch die geborstenen Dachziegel. Die Stadtwerke stellten aus Sicherheitsgründen den Strom in dem unbewohnbar gewordenen Haus ab. Der Schaden: Rund 100 000 Euro.
Der Fensterstock des Zimmers im rückwärtigen Teil des Gebäudes wurde komplett herausgerissen und lag mehrere Meter weiter im Garten. Teile der Fensterjalousie fielen auf die Von-Ketteler-Straße und Gardinen verfingen sich auf dem Gartentor der Einfahrt auf der gegenüber liegenden Straßenseite.
Welche Wucht die herum fliegenden Teile hatten, zeigt sich auch darin, dass sie die Fensterscheibe eines geparkten Autos durchschlugen. Für die Feuerwehr war es binnen weniger Wochen bereits der zweite Einsatz in der gleichen Adresse. Während des Annafestes war die Wohnung zwei, drei Zentimeter voll Öl gestanden.