Marion Krüger-Hundrup

Für die obdachlosen Männer, die sich in der Wärmestube eingefunden haben, bietet dieser Mittwoch einen Lichtblick. Einen Funken Hoffnung in einem ansonsten trüben Alltag, den sie auf den Straßen Bambergs erdulden. Erzbischof Ludwig Schick besucht den Treffpunkt "Menschen in Not" in der Siechenstraße: Sozusagen als vorweihnachtliches "Christkind", das zur Bescherung zwei mit Wurst und Gebäck gefüllte Körbe sowie einen Scheck über 2500 Euro mitgebracht hat. Und die Zeit, um mit den Gästen der Wärmestube zu plaudern und sich von ihren hauptamtlichen Mitarbeitern über den Ist-Stand dieser von Caritas und Diakonie getragenen Einrichtung zu informieren.

"Es ist wichtig, dass wir solche Unterstützer wie den Erzbischof haben, er denkt jedes Jahr an uns", freut sich Peter Klein, Leiter des Treffpunkts, über diesen schon traditionellen Adventsbesuch. Auch die Weihnachtsfeier am Heiligen Abend für Obdachlose und arme Menschen im Jugendkulturtreff "Immerhin" gehöre sonst zum festen Besuchsprogramm des Erzbischofs. Doch in diesem Corona-Jahr mit seinen Kontaktbeschränkungen und Hygienevorgaben müsse diese ausfallen.

Ohnehin hat die Pandemie Auswirkungen auf die Wärmestube: Nur tatsächlich Obdachlose dürfen hinein - auch im derzeitigen Lockdown. "Daseinsfürsorge für Schutzlose" begründet Peter Klein dies, verhehlt aber nicht seine Sorge um wohnungslose und von Armut betroffene Gäste, die in normalen Zeiten den Treffpunkt aufsuchen und jetzt nicht kommen dürfen. Sie können sich zumindest durch ein Fenster zur Äußeren Löwenstraße hin Tüten mit Lebensmitteln herausreichen lassen.

Neues Projekt

Erzbischof Schick hört aufmerksam zu. Fragt interessiert nach, als Peter Klein und Sozialpädagogin Maria Joecks über das neue Kooperationsprojekt mit der Stadtbau GmbH Bamberg "Übergangswohnen Plus" berichten, das dem Treffpunkt "Menschen in Not" angegliedert ist. Das kommunale Wohnungsunternehmen stellt bis zu 15 vorerst befristete Wohnungen für obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen zur Verfügung. Sozialarbeiterin Joecks unterstützt die neuen Mieter in allen Belangen und hilft ihnen dabei, sich an vorgeschriebene Regeln zu halten. Nach einer erfolgreich verlaufenen Projektphase von sechs Monaten können die Projektteilnehmer die Wohnung bei der Stadtbau unbefristet übernehmen.

"Übergangswohnen plus" wird durch den Freistaat Bayern gefördert. Weiterer Kooperationspartner ist die Stadt Bamberg.