Wenn nicht nur die die Krippenkinder und die Kindergartenkinder der Kindertagesstätte in Wonsees kommen, sondern auch viele Ehemalige in "ihrem Kindergarten" vorbei schauen, ist das Tiger-stark. In Wonsees kamen zum 40-jährigen Bestehen Erinnerungen an früher zurück.
Wenn Anja Maier ihren alten Kindergarten betritt, dann leuchten ihre Augen. "Jeder Tag, den ich hier war, war für mich ein Highlight", sagt die heute 46-jährige Hebamme. Und sie findet, dass das eine Jahr eigentlich viel zu kurz war. Oder vielleicht war es so schön, gerade weil die Zeit so kurz war. "Mein Garderobenzeichen war ein Pilz - der hatte so einen getupften Hut", erinnert sich Maier noch haargenau.
"Der ist da hinten", sagt die heutige Kindergartenleiterin Elfriede Amschler und führt Maier - genau wie vor vierzig Jahren - zu ihrem Platz. Tatsächlich ist der Pilz noch da: gleich neben der Eingangstür des Gruppenraumes. "Ach ja, ich war in der Bärengruppe", fällt es Maier wieder ein. Auch Amschler, die heutige Leiterin, war damals schon mit von der Partie: allerdings als Praktikantin.
"Die erste Leiterin blieb nur vier Wochen. Dann war sie wieder weg", weiß Amschler noch. Dann kam Frau Jöttkand - eine Bekannte des damaligen Pfarrers. Denn schon damals waren Erzieherinnen knapp. "Wir haben sie immer Frau Jöttkand genannt, nie Tante. Sie war ja schon eine ältere Dame", weiß Maier. "Ich habe immer mit den Nopperstäbchen gespielt, aber meine Lieblingsbeschäftigung war immer die Puppenecke", sagt sie und findet auch heute noch die Puppenecke auf Anhieb.
Anja Maier ist sich sicher, dass schon damals in der Puppenecke die Grundlagen für ihre spätere Babybegeisterung gelegt worden sind. "Mein Vater hat mir mit 14 den Puppenwagen weggenommen", sagt sie.


Früher kannte man sich besser

Natürlich hat sich an der pädagogischen Konzeption einer modernen Kindertagesstätte viel geändert. "Aber wir hatten damals schon immer Wochenthemen . Wir haben dann immer Lieder zum Thema gesungen, gebastelt und Ausflüge gemacht", erzählt Amschler. Für Anja Maier war es nie eine Frage, dass sie auch ihre eigenen Kinder in die Kindertagesstätte Wonsees gibt: Auch ihre Söhne Hannes (21), Samuel (18) und Marius (13) waren in Wonsees.
"Aber früher war die Elternarbeit ganz anders. Jeder kannte jeden", erzählt Maier. "Wenn wir früher unser Kindergartenfest gegeben haben, dann sind die Mütter extra vorher zum Friseur gegangen und jeder hat seine beste Kleidung angezogen", sagt Amschler. Der Wonseeser Kindergarten hatte auch schon immer eine "Mittagsbetreuung". Früher sah die so aus: Jedes Kind brachte von zu Hause sein Mittagessen in einer Blechbüchse mit und die Erzieherinnen wärmten das Essen dann mittags auf.
Die Zahl der Kinder hat sich übrigens im Lauf der Jahre nicht verändert. Schon vor vierzig Jahren gingen 48 Kinder in die Kindertagesstätte Wonsees, genau wie heute. Außerdem gibt es seit 2011 auch eine Kinderkrippe. "Die Krippe wird sehr gut angenommen. Wir haben aktuell neun Krippenkinder. Wir können Kinder ab einem halben Jahr aufnehmen, aber so ganz kleine Kinder hatten wir noch nicht. Meistens kommen die Kinder erst mit einem Jahr", erklärt die Kindergartenleiterin.


Keine Angst vor Schließung

Inzwischen besuchen die Kindertagesstätte Wonsees nicht nur Kinder aus dem Ort - einige kommen aus Sachsendorf, Hochstahl, Neuhaus und ein Kind kommt aus Forchheim. Befürchtungen, dass die Wonseeser ihre Kinder, wenn die Schule geschlossen ist, auch andernorts in den Kindergarten geben, haben sich nicht bewahrheitet. "Was mich immer besonders freut ist, dass inzwischen schon die Kinder von meinen Kindern wieder hierherkommen", sagt Leiterin Amschler.
Tatsächlich kamen zum großen Kindergartenjubiläum nicht nur die Kinder und ihre Eltern, die aktuell die Kindertagesstätte besuchen, sondern auch viele Ehemalige. "Ich erinnere mich noch an die meisten ganz genau. Die Anja war immer ein kontaktfreudiges und hilfsbereites Mädchen", verrät Amschler.
Im Mittelpunkt standen natürlich die Kindergarten- und Krippenkinder selbst. Sie hatten viele Lieder vorbereitet und spätestens beim Tiger-Song rockten alle mit.