Michael Busch

Hübsch oder nicht hübsch? Das ist hier die Frage. Man findet sie überall, vermehrt auf Straßenschildern und Mülleimern, seltener auf Fassaden von Neubauten: Aufkleber gibt es an allen Stellen in Herzogenaurach.
Sie können richtig nerven, vor allem, wenn sie dort erscheinen, wo sie keiner haben will. Klein, aber auffällig - so verwandeln sie Laternenmasten, Straßenschilder oder Papierkörbe in Herzogenaurach in Plakatflächen en miniature.
Das inhaltliche Spektrum der meist handflächengroßen oder kleineren Sticker ist breit gefächert. Manchmal pure Werbung, immer wieder teils aggressive, aber zumindest immer kämpferisch formulierte politische Botschaften, seltener witzige Slogans, öfter Nachrichten, die offensichtlich nur von bestimmten Zielgruppen verstanden werden. Manche sind verdeckt, auf der straßenabgewandten Seite einer Bank, auf der Rückseite des Straßenschildes.
Abgetrennt hinterlassen sie regelrecht Narben. Restpapier, das sich beharrlich am Kleber festhält und starke Lösungsmittel braucht, um endgültig entfernt zu werden.
Manche sind aber nur teilentfernt, wie zum Beispiel der Kleber mit dem Hinweis auf 1860. Dass der auf dem Schild mit dem Hinweis "Rutschgefahr" angebracht ist, lässt natürlich sehr eigene Interpretationen zu. Einfacher machten es sich die Gegner von Fleischkonsumenten. Das STOP-Schild wurde kurzerhand eingebunden, um mit der Vollendung "eating animals" einen vollumfänglichen Slogan zu haben.
Auch bei Puma wird man sich freuen. Denn "Ehre, wem Ehre gebührt" wird auf der Aussenseite eines Defibrillator-Standortes erst einmal dem Sportartikelhersteller zugeordnet. Die kleinere Internetadresse zeigt, dass es inhaltlich zwar auch um Sport geht, in dem Falle maxgemeinsam.de allerdings um die Namensfindung für das Nürnberger Fußballstadion.
Die weiteren Fundstücke finden Sie im Bild. Politische Äußerung, Werbung für Familien und ein Casion vollendet den kleinen Reigen der Werbebotschaften. Fazit: Ohne diese kleinen Augenblicke wäre die städtische Welt ein wenig farbloser.