Der Verein Kivuko mit Sitz in Ebensfeld hat ein weiteres Projekt in Tansania realisiert. In der Ortschaft Kabanga wurde eine Krankenstation errichtet, die Mitte Mai eröffnet wurde. "Das Angebot wird gut angenommen. Bisher wurden etwa 200 Medikamente herausgegeben und 40 Patienten behandelt", sagt Vorstandsmitglied Eva Schmiedeberg. Es war abzusehen, dass viele Patienten kommen werden: "Der Bedarf war da. In der Region gab es keine medizinische Versorgung, keine Apotheken und das nächste Krankenhaus ist sehr weit entfernt."
Die Krankenstation umfasst einen Untersuchungsraum, eine Apotheke, ein Labor und einen Empfangsraum. "Die Umsetzung ging erstaunlich schnell, im August 2017 haben die Bauarbeiten begonnen", sagt sie. Viel Schnickschnack gebe es nicht. Die Station sei an regionale Maßstäbe angepasst. "Sie wurde von einem einheimischen Architekten entworfen und von einheimischen Bauarbeitern umgesetzt. Außerdem werden die Patienten hier ja nur ambulant versorgt. Es fallen also viele medizinische Geräte weg, die man für einen stationären Aufenthalt bräuchte", erklärt Eva Schmiedeberg.
Zwischen 20 000 und 30 000 Euro kosteten der Bau und die Deckung des Grundbedarfs an Medikamenten. Behandelt werden Patienten, die an Typhus, Würmern oder Malaria leiden. Bald soll das Angebot erweitert werden, so dass auch Tuberkulosekranke versorgt werden können. "Diese Krankheiten kommen in der Region häufig vor. Sie sind einfach zu behandeln, dennoch sterben viele Menschen daran, weil sie sich die Kosten für eine medizinische Versorgung nicht leisten können." Für Kinder unter fünf Jahren und Schwangere ist die Behandlung kostenlos, alle anderen Patienten erhalten die Medikamente unter fairen Konditionen. "Die Medikamente werden zum Einkaufspreis weiterverkauft", erklärt sie. Der Verein hofft, dass sich die Klinik in sechs Monaten selbst trägt.


Noch nicht ganz fertig

Bis dahin gebe es noch ein paar Herausforderungen zu meistern: "Die Krankenstation ist noch nicht an das staatliche Wasser- und Stromnetz angeschlossen", fährt Schmiedeberg fort. Bisher bezieht das Gebäude Wasser aus einem Wassertank. Darüber hinaus soll ein Zaun angebracht werden, um Tiere fernzuhalten.
"Wir haben den Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz geschaffen, nun sollen noch Wohnräume folgen", ergänzt sie. Fünf Menschen sind in der Gesundheitsstation angestellt, darunter zwei Apothekerinnen, eine Laborantin, ein Arzt und ein "Watchman", ein Aufpasser. Damit sich die Mitarbeiter wohl fühlen, wurden sie befragt, was sie sich wünschen oder verbessert werden kann. Die Übersetzung und Auswertung der Interviews läuft derzeit.
Zu der Frage, ob es kulturelle Differenzen gebe, fällt Eva Schmiedeberg noch eine kleine Hürde ein - "und zwar, wenn es um das Thema Bürokratie geht", sagt sie mit einem Lachen. "Wenn wir zum Beispiel sagen, dass sie uns gut leserliche Dokumente scannen müssen, können sie nicht nachvollziehen, warum das für uns Deutsche so wichtig ist."
Die Krankenstation ist eines von drei großen Projekten, welches der nachhaltigen Hilfe dient. Dazu zählt auch die Bildungsförderung. Für Berufe, die in der Region essenziell sind, werden Stipendien vergeben. "Wir haben zum Beispiel für einen Physiotherapeuten und eine Krankenschwester die Ausbildungen finanziert", sagt sie. Die Stipendiaten müssen einen Vertrag unterschreiben, dass sie in der Region bleiben und ihr Wissen dort weitergeben und einsetzen. Davon profitieren dann zum Beispiel wiederum die Krankenstation und die Patienten.


Eine Art Krankenversicherung

Neben den zwei Projekten zur nachhaltigen Hilfe ging es dem Verein bei seiner Gründung im Jahr 2015 in erster Linie um die Notfallhilfe. "Angefangen hat alles mit den Gesundheitsfonds", erklärt das Vorstandsmitglied. Wenn Menschen krank sind, sich aber keine medizinische Behandlung leisten können, wenden sie sich an die Kooperationspartner vor Ort. "Die Fonds sind eine Art Krankenversicherung", macht sie deutlich. Das Geld, das aus den Mitglieds- und Förderbeiträgen des Vereins kommt, muss auch wieder zurückgezahlt werden.
Neue Projekte sind, so Schmiedeberg, vorerst nicht geplant. Diese müssten dann auf Anraten der Experten vor Ort erfolgen.


Ziele für die Zukunft

"Jetzt sind wir in einer Phase, in der wir keine neuen Projekte starten, sondern versuchen, die bereits umgesetzten Projekte zu optimieren." In weiter Ferne seien dann vielleicht sogar stationäre Behandlungen in Kabanga möglich.