Niklas Rhein, der Geschäftsführer der ILE Regnitz-Aisch, hat sich dem Altendorfer Gemeinderat vorgestellt und insbesondere den neuen Gemeinderäten die Arbeitsweise des Zusammenschlusses der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung Regnitz-Aisch erläutert.

Als "Umsetzmanager" ist es seine Aufgabe, zusammen mit den jeweiligen Verantwortlichen, die 46 Projekte umzusetzen, die vor drei Jahren im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept festgelegt worden sind. Ein Immobilienportal, eine kostenlose Architektenberatung und der Aufbau eines Kernwegenetzes sollen weitere Bausteine sein, um "die Region weiterzubringen und auch den ländlichen Raum für die anstehenden Probleme, wie die Bewältigung der demografischen Veränderungen, fit zu machen", so Niklas Rhein. Dieser konnte auch vom großen Erfolg der Allianz-Gutscheine berichten, die sowohl bei Gewerbetreibenden als auch bei den Bürgern gut angenommen werden. Die Gutscheine sollen Kaufkraft vor Ort binden und damit gleichzeitig die lokalen Unternehmen und Geschäfte stärken.

Suche nach Ausgleichsflächen

Auf den Weg wird gerade ein "Interkommunales Kompensationsmanagement" gebracht. Ziel ist es, zukünftige Ausgleichs- und Ersatzflächen innerhalb des Allianz-Gebietes in einen möglichst großen räumlichen und funktionalen Zusammenhang zu bringen. Damit wird eine höhere ökologische Wertigkeit erreicht und gleichzeitig erleichtern größere Flächen die Pflege. Von einem beauftragten Planungsbüro müssen nun die Daten zu bestehenden naturschutzrechtlichen Planungen, verfügbaren (kommunalen) Flächen und den kurz- und mittelfristigen Bedarf an Ausgleichs- und Ersatzflächen erhoben werden. Größere, räumlich zusammenhängende Ausgleichsflächen müssen gefunden und entwickelt werden, die einen möglichst großen ökologischen Nutzen aufweisen.

Darüber hinaus kann durch die Einrichtung von Ökokonten eine ökologische Verzinsung von den Kommunen in Anspruch genommen und der Tausch von Flächen innerhalb der ILE vereinfacht werden. Damit versprechen sich die Verantwortlichen gleiche Rahmenbedingungen für alle Gemeinden zu schaffen. Ein "faires Handelssystem" muss man dabei noch entwickeln. Schon jetzt ausgewiesene ökologische Ausgleichsflächen können nicht mehr eingebracht werden. Zusätzliche Ökopunkte kann es für den Waldumbau geben, wenn Kommunen dabei einen freiwilligen Mehraufwand nachweisen. Ein ausgewiesenes Fachbüro wurde mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt. Bis alle Daten ermittelt und entsprechend aufgearbeitet sind, werden noch rund zwei Jahre vergehen. Das Gutachten wird mit 75 Prozent vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert. Den Rest der Kosten wird mit Hausmitteln der Allianz bestritten.

Sanierungsprogramm

Mit dem 1. Juli startete in den ILE-Gemeinden ein kommunales Sanierungsprogramm für die Ortskerne (Innenbereich §34 BauGB). Damit soll ein weiterer wichtiger Schritt folgen, um das Thema der "Innenentwicklung" ernsthaft anzugehen. Gleichzeitig will man damit vorhandene Bausubstanz erhalten und einem gewissen Identitätsverlust entgegentreten, aber auch gleichzeitig den Flächenverbrauch minimieren.

Mit dem Programm werden Voraussetzungen geschaffen, alle Bürger gleich zu behandeln. Gibt es doch in einigen Ortsteilen Sanierungsgebiete, in anderen Dorferneuerungsverfahren mit Fördermöglichkeiten für Private, aber in vielen anderen kleinen Ortsteilen keines dieser Instrumente, sodass durch Förderprogramme auch Sanierungswillige in diesen Ortschaften eine Förderung bekommen. Mit dieser Förderung soll ein dauerhafter Leerstand in den Ortskernen vermieden werden.

Bevor man eine entsprechende Förderung bekommen kann, müssen gewisse Regularien beachtet werden. So ist der Antrag vor Baubeginn zu stellen. Das Gebäude muss seit sechs Monaten leer stehen und vor 1970 errichtet worden sein. Durch die Sanierung soll neuer Wohnraum entstehen, aber auch eine Gewerbenutzung ist möglich. Die Nutzung muss für zehn Jahre beibehalten werden, sonst ist die Förderung anteilig zurückzuerstatten. Für den Eigentümer ist es möglich, eine Förderung der Gesamtkosten von zehn Prozent der Gesamtkosten zu erhalten, aber nicht mehr als 5000 Euro. Ist das zu sanierende Objekt besonders ortsbildprägend, dann kann das eine Förderung bis maximal 15 000 Euro bedeuten. Voraussetzung ist hierfür eine entsprechende Architektenberatung. Weiterführende Details sind auf der Homepage der ILE Regnitz-Aisch (www.regnitz-aisch.de) zu finden.

Freiwillige Leistung

Bei diesem Förderprogramm handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinden, auf die kein Rechtsanspruch besteht und die bei fehlenden Haushaltsmitteln nicht in Anspruch genommen werden können.

Die alljährlich stattfindende gemeinsame Sitzung aller Gemeinderäte aus den vier ILE-Gemeinden war ursprünglich für Mai geplant. Sie musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden und soll gegen Ende des Jahres nachgeholt werden.