Bei der gemeinsamen Sitzung des Kreisausschusses und des Stiftungsausschusses der Stadt Forchheim wurden folgende Eckpunkte vereinbart:

1 Stadtrat und Kreistag sind sich einig, dass ein fusioniertes Krankenhaus mit einem einheitlichen medizinischen Konzept die Bevölkerung der Stadt und des Landkreises Forchheim medizinisch besser versorgen kann als zwei getrennte Häuser.

2 Die wirtschaftlichen Aspekte der Fusion müssen erst verhandelt werden. Dabei soll ein Fachbüro hinzugezogen werden.

3 Die Fusionsgespräche sollen schnell vorangetrieben werden. Entscheidungen im Klinikum Forchheim sowie in der Klinik in Ebermannstadt, die davon abhängen, ob die Fusion stattfinden wird, werden aufgeschoben.

4 Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und eine auf Krankenhausfusionen spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei sollen ins Boot geholt werden. Beide Kliniken tragen die anfallenden Kosten jeweils zur Hälfte.

5 Die weiteren Verhandlungen sollen auf der Prämisse eines gemeinsamen medizinischen Konzeptes aufbauen. "Am Standort Ebermannstadt könnte ein fokussierter Basisversorger in der inneren Medizin entstehen, ergänzt um eine Spezialisierung auf die Themenfelder Akutgeriatrie und Akutpsychosomatik, Ausbau der Palliativmedizin, Zentralisierung der Akutgeriatrie, Aufbau der geriatrischen Frührehabilitation und Aufbau der Akutpsychosomatik sowie Verlagerung der interventionellen Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim. Vorgesehen ist eine Zentralisierung der Schlaganfallversorgung, eine Zentralisierung der Intensivfälle und der komplexen Gastroenterologie sowie ein Ausbau der Endoprothetik."
Unstrittig ist eine Beteiligung an der Betreiber-GmbH im Verhältnis 50 zu 50 beider Kliniken und die Besetzung des Aufsichtsrates zu gleichen Teilen mit Stadt- und Kreisräten. Die Pfründnerstiftung behält das Eigentum an ihren Immobilien, ebenso die Klinik Fränkische Schweiz. Die zum Fusionszeitpunkt vorhandenen flüssigen Mittel beider Häuser gehen nicht automatisch auf die Betriebs-GmbH über. Ebenso bleiben die Verbindlichkeiten bei den bisherigen Trägern der Krankenhäuser.
Der Landkreis trägt das wirtschaftliche Risiko des fusionierten Krankenhauses und deckt dessen Liquiditätsbedarf. Die Erstausstattung mit Liquidität wird gesondert betrachtet.
Im Rahmen der Fusion gehen die Arbeitsverträge aller Mitarbeiter auf die Betriebs-GmbH über. Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen, die Service-GmbH wird aufgelöst. Die Verwaltungen und die Klinikleitungen werden beauftragt, die Eckpunkte eines Personalkonzepts zu erarbeiten.
Bei der Verwaltung des Ärztehauses sollen wirtschaftliche, medizinische und strategische Aspekte aus der Sicht des gemeinsamen Krankenhauses eine Rolle spielen, um Synergien zu nutzen.

6 Die eingebrachten Vermögenswerte sollen durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bewertet werden. Sie sollen auch Einblick in die Bilanzen gewähren.
7 Die Frage, wer die Kosten für Umbaumaßnahmen (am Standort Forchheim) bezahlen soll, die mit dem medizinischen Konzept verbunden sind, halten Stadtrat und Kreistag offen.

8 Die Kooperation zwischen dem Klinikum Forchheim und der Uni-Klinik Erlangen darf durch die Fusion keinen Schaden nehmen, sondern soll intensiviert werden. Ziel muss sein, dass der Status des Klinikums Forchheim als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen durch das fusionierte Krankenhaus übernommen wird.

9 Die Fusion der Krankenhäuser soll unter Berücksichtigung der genannten Fragestellungen weiter verhandelt werden. Eine externe Beratungsgesellschaft soll dafür einen Projektplan erstellen.