von unserem Redaktionsmitglied 
Tobias Kindermann

Ebensfeld — Für die Feuerwehr ist die Suche beendet: Ihr neues Haus wird am nördlichen Kreisel entstehen, auf der gegenüberliegenden Seite des Discounters "Norma". Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass dort gebaut werden soll. Vorbehaltlich eines Einwandes: Es gab einen Interessenten aus dem Gemeindegebiet, der mit dem Gedanken spielte, dort eine Werkstatt mit Tankstelle zu bauen. "Ich habe ihn inzwischen angerufen, so ernst ist das Interesse nicht", sagt Bürgermeister Bernhard Storath (CSU).

Drei Alternativen

Also kann man daran gehen, das neue Feuerwehrhaus zu planen. Drei Grundstücke waren in der engeren Wahl: Eines liegt neben dem Rathaus, da stehen zurzeit Container der Bahn und der Baufirma, die die ICE-Trasse baut. Direkt gegenüber vom Rathaus gibt es ein freies Feld. Auch hier hatte die Gemeinde sich vorstellen können, dass das neue Feuerwehrhaus einen Platz bekommt. Mit einem der Grundstückseigentümer war man handelseinig, ein zweiter, mit dem man Flächen tauschen wollte, zog nicht.
So lief es auf die Fläche am Kreisel hinaus, die zum größten Teil der Stadt gehört, ein kleiner Teil ist im Eigentum der Kirchenstiftung: "Ob wir den auch nehmen werden, hängt von der Planung ab."

Seit über zwei Jahren zu

Doch das wirft ein Licht auf ein anderes Thema: Seit über zwei Jahren gibt es keine Tankstelle mehr in Ebensfeld. Direkt an der Hauptstraße existierte eine Zweirad-Werkstatt, die an zwei Zapfsäulen auch Benzin verkaufte. Der Betreiber hat geschlossen, das Anwesen wurde versteigert. Inzwischen gehört es dem Mineralölhändler Ultsch in Weismain, der es abgeben möchte und kein Interesse hat, dort eine Tankstelle zu betreiben, sagt Bürgermeister Storath. Und so macht sich inzwischen auch die Gemeinde Ebensfeld Gedanken darüber, wie es weitergehen könnte.
Denn momentan erscheint die Belebung der Tankstelle an der Hauptstraße die beste Möglichkeit zu sein, wieder Treibstoff in Ebensfeld kaufen zu können.
"Ich habe schon mit der Baywa in Ebensfeld gesprochen, ob die Interesse hat, eine Anlage einzurichten. Dort hat man abgewunken." Die großen Konzerne würden zwar bauen, aber ob sie einen Pächter finden würden, ist unwahrscheinlich, weil der im Ort kaum auf seine Kosten käme.
"Um eine Tankstelle wirtschaftlich betreiben zu können, geht man von einem Jahresumsatz von mindestens zwei Millionen Liter Kraftstoff aus", sagt BFT-Geschäftsführer Stephan Zieger. Die BFT ist ein Zusammenschluss mittelständischer, freier Tankstellen. In Zapfendorf oder Lichtenfels gibt es Stationen, die sich an dem weiß-orangen Design erkennen lassen.
Im Schnitt gehe man bei einem Tankvorgang von 45 Litern Kraftstoff aus. Rechnet man das hoch, kommt man bei einer Öffnungszeit von sieben Tagen in der Woche auf 122 Autos am Tag. Die Marge für die Tankstellenbetreiber ist nicht sehr groß: "Zwischen 4 bis 5,5 Cent pro Liter bleiben beim Pächter", sagt Zieger.
Auch Bürgermeister Bernhard Storath hat Zweifel, ob in Ebensfeld so viele Kunden tanken werden. Trotzdem wird im Rathaus eine Lösung gesucht: Das Tankstellenareal samt Gebäuden soll ein zentrales Projekt für die innerörtliche Entwicklung werden.
Was so abstrakt klingt, hat einen konkreten Hintergrund: Momentan läuft in Ebensfeld die Arbeit an einem Städtebauentwicklungskonzept - das wird auch gemacht, um Fördermittel der Regierung zu bekommen. Vereinfacht gesagt, soll mit so einem Konzept nachgewiesen werden, dass Fördergelder sinnvoll verwendet werden.
Das Planungsbüro Transform aus Bamberg soll drei Modelle entwickeln, was sich auf dem Areal für eine sinnvolle Nutzung anbieten würde. Eine Option ist schon angedacht: Die Gemeinde hat Kontakt mit Regens Wagner in Burgkunstadt, die überlegen, dort eine Wohngruppe einzurichten. Ob Regens Wagner auch eine Tankstelle betreiben könnte? "Dies war auch meine Idee, aber das ist wohl doch zu komplex", sagt Bürgermeister Bernhard Storath. Er könnte sich vorstellen, dass sich dort auch ein kleines Geschäft ansiedelt: "Es wird oft kritisiert, dass sich vieles im Norden von Ebensfeld konzentriert." Vielleicht wäre ein Tankstellenbetrieb ja in der Kombination rentabel.