Interessante Vorschläge gab es bei der letzten Sitzung des Stadtrates von Burgkunstadt zur künftigen Nutzung der ehemaligen Schuhfabrik am Bauershof. Der Aufreger der Sitzung war jedoch ein Antrag des Bürgervereins auf Überplanung des Sportgeländes des FC Burgkunstadt. Die ellenlange Diskussionen sorgte dafür, dass die Sitzung im Stadthallensaal erst nach viereinhalb Stunden beendet war. Da nütze auch der Appel der Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) an die Mitglieder des Plenums, sich angesichts der letzten Sitzung mit Überlänge, sich in ihren Wortbeiträgen kürzer zu fassen, nichts.

Die Bürgermeisterin sprach anschließend die Weiterbildung der städtischen Mitarbeiter sowie die mittlerweile untersagte Verwendung von Glyphosat an, während Stadtkämmerin Heike Eber kurz auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Steuerkraft einging. Die Anpassungen, insbesondere bei der Gewerbesteuer, hielten sich noch in Grenzen, so Eber.

Planungen für den Bauershof

Bei der kombinierten Planung für den Bauershof ging Jens Lauterbach (Büro PB-Consult) zunächst auf den Teil des Parkraumkonzeptes ein. Dabei hätten Untersuchungen ergeben, dass es keine Erfordernisse für ein Parkhaus gäbe, denn im gesamten Stadtbereich stünden 370 Parkplätze zu Verfügung. Lauterbachs Ausführungen insbesondere zur jeweiligen Parkdauer und die Gegenüberstellung der Parksituation in der Ober- und Unterstadt waren für alle Ratsmitglieder interessant. Dipl.-Ing. Franz Ullrich (plan & werk) sprach über das Gelände am Bauershof, die einstige Schuhfabrik, erwähnte dessen historische Vergangenheit und zeigte auf einer Achse die Sichtverbindung zum Rathaus auf. "Parkmöglichkeiten, Wohnungen unterschiedlicher Größe, kleine Geschäfte, Praxisräume, Ateliers, Räume für kulturelle Aktivitäten, all dies", so Ullrich, "ist realisierbar", und stellte drei Optionen vor: Die Sanierung im Bestand, ein ergänzender Neubau, aber auch den Komplettabbruch und Neubau. Ein Schwerpunkt sollte allerdings der Bereich "Wohnen" bleiben. Der Stadtrat nahm die vorgestellten Planungen zur Kenntnis; die Kostenschätzungen bewegten sich dabei zwischen 1,2 und 2,3 Millionen Euro.

Heiße Diskussion um Festplatz

In einer früheren Sitzung hatte der Stadtrat die Überplanung des Festplatzgeländes beschlossen. Nun hatte der Bürgerverein inzwischen den Antrag gestellt, dass daneben liegende und der Stadt gehörende Gelände des FC Burgkunstadt ebenfalls in die Rahmenplanungen mit einzubeziehen. Aufgrund dieser Tatsache war der Fußballklub mehr als nur in Mannschaftsstärke zur Stadtratssitzung angerückt. Einleitend gingen die Stadträte Günter Knorr, Joachim Ruß und Marco Hennemann (alle CSU) sowie Dieter Schmiedel (SPD) auf die Belange des FC Burgkunstadt ein und sagten ihre Unterstützung zu, was den Beifall in den Zuschauerreihen fand.

Ulrike Dinglreiter und Manfred Weigand vom Bürgerverein hatten zwar darauf hingewiesen, dass niemand den Fußballern ihren Sportplatz wegnehmen möchte und nur die planerische Gesamtlösung im Vordergrund stünde, dennoch regten sich bei diesem Tagesordnungspunkt die Gemüter. Den Vorstandsmitgliedern des Fußballvereins, Manfred Strassgürtel, Holger Ramming und Alexander Beck wurde daher das Wort erteilt, damit sie aus ihrer Sicht die Situation erläutern.

Sie verwiesen darauf, dass der Verein bisher nur einen städtischen Pachtvertrag habe und für die Zukunft eine gewisse Planungssicherheit benötige. Andererseits trage der Verein auch viel Verantwortung für die Jugendarbeit.

In der fast eineinhalbstündigen Aussprache wurde unter anderem auch die Suche nach einem neuen Sportgelände diskutiert. In diesem Fall hätten die beiden bestehenden Fußballplätze in die innerstädtischen Planungen einbezogen werden können. Am Ende zog der Bürgerverein seinen Antrag zurück, und die Diskussion löste sich in Wohlgefallen auf.

Stadtumbaumanagement

Architektin Edith Obrusnik berichtete im weiteren Verlauf der Beratungen aus der Arbeitsgemeinschaft "Stadtumbaumanagement Burgkunstadt". Dabei zeigten die Bürger ein lebhaftes Interesse, wie mit dem Leerstand- und Flächenmanagement, auch unter Einbeziehung von öffentlichen Fördermitteln, umgegangen werden kann und welche städtebaulichen Projekte unterstützt werden sollten. Vor allem die angebotenen Beratungen werden beim Umbau der Innenstadt rege nachgefragt.

Schuhindustrie in Schaufenstern

Ein Thema war auch das Schustermuseum und die Architektin kündigte an, in verschiedene leere Schaufenstern des Stadtbereiches die Schuhindustrie, insbesondere deren Vergangenheit und Gegenwart, demnächst zu dokumentieren.

Verwaltung soll digital werden

Ein Antrag der Freien Wähl hatte die Digitalisierung der Stadtverwaltung zum Inhalt, was zu Kosten von 5712 Euro führen würde, wie die Verwaltung erläutert. Mit diesem Punkt wird sich der Stadtrat nochmals gegen Ende des Jahres befassen, wobei zwischenzeitlich, wie Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) ankündigte, dass im Rathaus dieses Thema aufgegriffen und weiter ausgebaut werde.

Bürgerbus mit Altenkunstadt

Bezüglich der Ersatzbeschaffung eines Bürgerbusses (City-Mobil) gab es Gespräche mit der Nachbarkommune Altenkunstadt, deren Bürgerbus mitzunutzen. Dadurch wäre eine Investition von rund 30 000 Euro nicht erforderlich. Das wurde von den Ratsmitgliedern gutgeheißen.

Für die Kanalsanierung Süd/Anger wurde der Auftrag an die Firma Mühlherr Bau in Sonneberg mit 901 249,65 Euro (Brutto) vergeben. Dafür sind Fördermittel von etwa 80 Prozent für die Kanalbauarbeiten zu erwarten.