Doppelten Grund zum Feiern und zur Freude gab es für Johann Dennerlein aus Weilersbach. 90 Jahre alt wurde er vor einigen Tagen, der "Henser-Hans". Zudem wurde ihm eine hohe Ehre zuteil: Die Christoffel-Blindenmission Deutschland verlieh ihm für 30 Jahre selbstlosen Einsatz als Wertschätzung die "Christoffel-Urkunde".
"Einen Menschen glücklich zu machen, ist Ihnen in 30 Jahren unzählige Male gelungen", so steht es in den Glückwünschen der Blindenmission. Seine 90 sieht man ihm beileibe nicht an. Und auch die Lebensfreude ist ihm trotz des hohen Alters nicht abhanden gekommen.
Ein regelrechter Feiermarathon stand Johann Dennerlein bevor in seinem Haus am Fräuleinsgarten, denn da fühlt er sich am wohlsten, wenn er nicht gerade mit seinem Auto einen Ausflug unternimmt - meist zu religiösen Stätten wie Altötting, Habsberg, Vierzehnheiligen, Marienweiher. Es war ein Kommen und Gehen, es gab viel Besuch. Verwandte, Nachbarn und Freunde kamen vorbei. "Es war einiges los, ich habe mich sehr gefreut über die vielen Gratulanten", berichtet Johann Dennerlein, der auf ein erfülltes und zufriedenes Leben zurückblickt, das 1928 begann.
Er wuchs als einziger Sohn des Landwirtehepaares Johann und Maria Dennerlein auf dem elterlichen Bauernhof auf. 1945 wurde er noch zum Kriegsdienst eingezogen. Nach der amerikanischen Kriegsgefangenschaft heiratete er Agnes, eine geborene Roppelt, die jedoch bereits gestorben ist. Die Ehe war kinderlos geblieben. "Zehn Jahre habe ich meine Frau aufopfernd gepflegt", denkt er etwas wehmütig zurück. Mit ihr hatte er die kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb bewirtschaftet.


Begegnung mit einer Blinden

Dann erzählt er, wie er zur Christoffel-Blindenmission kam. Seine Agnes, die Augenprobleme hatte, gab vor 30 Jahren den Anstoß, "etwas für die Blinden zu tun". Verstärkt durch eine Begegnung, die er nach dem Tode seiner Frau in Lourdes mit einer blinden Frau am Tisch hatte, erfuhr er, was es heißt, blind zu sein: ein Leben lang in Finsternis. Diese Begegnung war der entscheidende Auslöser für die Unterstützung der Blindenmission.
"Wenn ich damit einem Kind in den Armutsregionen der Welt mit einer heilenden Operation wieder das Augenlicht schenken kann, macht mich das froh", sagt der glückliche Jubilar, der jedoch bedauert, dass seine Agnes die Verleihung der Urkunde nicht miterleben durfte.
Wer ihn kennt, weiß um seine soziale und christliche Gesinnung. War doch auch Dreh- und Angelpunkt für ihn schon seit seinen jungen Jahren der St.-Josef-Verein, dessen Ehrenmitglied er ist und dessen Vereinsfahne bei Festen und Feiern er lange Jahre trug. Als Delegierter des Vereins war er jahrzehntelang bei den Zusammenkünften der Männergemeinschaften der Erzdiözese Bamberg vertreten. Dieses Ehrenamt und sein Glaube gingen ihm über alles, wovon er bis heute zehrt: "Ich war bekannt in der ganzen Erzdiözese."


33 Jahre in der Weberei

Seinen Ruhestand, der nach 33-jähriger Tätigkeit in der Weberei Forchheim begann, genießt er auf seine Art und Weise und nach seinem Lebensrezept: Glaube, Beten und Zufriedenheit sind ihm wichtig, er mag es aber auch gesellig und humorig. Seine Leidenschaft ist die Gartenarbeit und sein Federvieh - seine Hühner.
Unter den Geburtstagsgratulanten waren Vizelandrat Otto Siebenhaar (FW), Bürgermeister Gerhard Amon (CSU), Pfarrer Oliver Schütz sowie die beiden Vorsitzenden des St.-Josef-Vereins, Günter Hofmann und Stefan Schaffner, denen sich Rudi Hofmann vom Feldgeschworenen-Team anschloss.