Eine rege Diskussion entwickelte sich bei der Bürgerversammlung im Sitzungssaal des Rathauses. Am Ratstisch durften dabei auch mal die Bürger Platz nehmen, die nicht in den Gemeinderat gewählt sind.
Natürlich kam der Dauerbrenner Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) aufs Tapet. So wollte Andreas Waltz wissen, nach welchen Kriterien die Gemeinde die Beiträge berechne. Grundlage sei, so Bürgermeister Udo Döhler (UBV), eine noch vorzunehmende Straßenklassifizierung, die sich nach der Verkehrsbelastung richte. Als es darum ging, wie die Beiträge bezahlt werden sollten, sagte Döhler, auch eine Stundung oder Verrentung auf zehn Jahre seien möglich. Freilich fragten die Leute auch, ob rückwirkend Beiträge erhoben werden sollen. Döhler antwortete: "Wird eine Satzung vom Gemeinderat beschlossen, gibt es keine Rückwirkung auf 20 Jahre." Der Landwirt Gerhard Stammberger bemängelte den schlechten Wirtschaftsweg entlang der A 73 und fragte, wann der Abschnitt instand gesetzt werde. Laut Döhler ist der Verursacher die Bahn aufgrund des ICE-Trassenbaues. Eine Aufforderung, den alten Zustand wieder herzustellen, gehe an die Bahn.
Hans Lotter bedauerte, dass an der Zufahrtsstraße zum Netto-Markt ein Gehsteig fehle. Döhler: "Das ist eine Privatstraße, und die Gemeinde hat keinen Einfluss darauf." Lotter monierte auch schlechte Stellen auf Bürgersteigen. Laut Döhler ist eine Firma damit beauftragt worden, diese kaputten Stellen auszubessern, die Firma komme jedoch wegen voller Auftragsbücher nicht nach. Nochmals meldete sich Hans Lotter zu Wort und bemängelte den Zustand des Ortseingangsschildes. Dazu stellte der Bürgermeister fest, dass ein neues Schild aufgestellt werden soll. In diesem Zusammenhang kritisierte Döhler die vielen Aufkleber auf Schildern. Wenn man diese entfernen wollte, würden die Schilder beschädigt. Herbert Forkel fragte, ob der Wertstoffhof der Gemeinde, der vom Landratsamt betrieben wird, auch von auswärtigen Landkreisbürgern benutzt werden dürfe. Die Antwort des Bürgermeisters war: "Ja, mit Ausnahme der Coburger und Neustadter."
Das Mitteilungsblatt der Gemeinde hält Annette Beuerlein für unattraktiv. Zudem würden Neubürger damit unzureichend angesprochen, meinte sie und schlug eine kostenlose Verteilung an alle Haushalte vor. Döhler sagte, dies sei aus Kostengründen nicht möglich.
Von mehreren Rednern wurde der desolate Zustand der Straße vom Kreisel auf der Lauterer Höhe in Richtung Esbach angesprochen und auch die seit langem geplante sogenannte "BGS-Trasse". Döhler blockte ab: "Das ist Sache der Stadt Coburg."
Eingangs der Bürgerversammlung gab der Bürgermeister einen umfangreichen Rechenschaftsbericht ab. Unter anderem informierte er über die auf niedrigem Niveau liegenden Gewerbesteuereinnahmen und die sprudelnde Einkommenssteuerbeteiligung. Der Finanzspielraum 2017 habe sich gegenüber dem Vorjahr negativ entwickelt, auch wenn die Gemeinde schuldenfrei sei. Die hohen finanziellen Anstrengungen in den Bereichen Schulsanierung und Bürgerhaus könnten jedoch gemeistert werden, insbesondere aufgrund entsprechender Rücklagen. "Sparsam mit dem Geld umgehen", war das Credo des Bürgermeisters, der auch unter anderem auf weitere Baumaßnahmen in der Lauterer Straße, auf die Feuerwehr und auf die Hochspannungs- und ICE-Trassen einging. Er sprach auch die kommunale Verkehrsüberwachung an. "Die Moral hat sich gebessert", sagte Günter Ruppert, und Döhler kündigte an, dass die Kontrollen vom ruhenden auf den fließenden Verkehr ausgedehnt werden könnten.