Nicole Julien-Mann

Digitalisierung an Schulen ist ein entscheidendes Thema, das in der Corona-Krise noch größere Bedeutung erlangt hat. Denn eine schlechte digitale Ausstattung macht sich in Zeiten von eingeschränktem Präsenzunterricht und E-Learning besonders stark bemerkbar.

Glücklicherweise ist die Grundschule Mitwitz in dieser Hinsicht bereits relativ gut ausgestattet. Dies kommt Schülern, Eltern und Lehrkräften nun zugute. Dem Bürgermeister der Marktgemeinde, Oliver Plewa, liegt die bestmögliche digitale Ausstattung der Schule sehr am Herzen: "Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, welchen hohen Stellenwert die digitalen Medien für Schulen haben. Die Investitionen von rund 15 000 Euro, die wir im ersten Schritt getätigt haben, zahlen sich bereits aus. Mit unseren Lehrkräften Andreas Hammer und Philipp Montag haben wir zwei äußerst kompetente Digitalisierungsbeauftragte für die Grundschule Mitwitz gewinnen können."

So wurden im Schuljahr 2018/19 mit Hilfe von Spendengeldern drei neue Whiteboards für die Grundschule angeschafft und in einzelnen Klassenzimmern installiert. Dass alle Klassenzimmer mit Whiteboards ausgestattet sind, sei in Bayern eher nicht die Regel, erklärt Philipp Montag.

Zeit- und Kostenersparnis

Im Rahmen des ersten Förderpakets "Digitalpakt Schule" zum Ausbau der digitalen Infrastruktur des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus konnten acht Microsoft Surface Tablets erworben werden. Microsoft Surface Tablets könne man sich als eine Mischung zwischen einem Desktop-PC und einem Tablet vorstellen. Eine Verknüpfung mit dem Whiteboard im Klassenzimmer sei problemlos herstellbar, erläutert Montag weiter. Jedes Klassenzimmer verfüge zudem über einen eigenen Beamer.

Und gerade jetzt während der Corona-Krise, einer Zeit, in der Lehrinhalte weitestgehend auf digitalem Wege vermittelt werden, seien Microsoft Surface Tablets ein Segen. Von Schülern digital eingereichte Lösungen könnten von Lehrern unter minimalem Zeitaufwand direkt am Tablet korrigiert und zurückgeschickt werden. Ein Ausdrucken der Arbeiten sei in der Regel nicht mehr erforderlich. Dies sei aufgrund der enormen Zeit- und Kostenersparnis ein großer Pluspunkt.

Beschulung zu Hause für alle

Im Rahmen des zweiten Förderpakets zur digitalen Bildung habe man sich bereits umfassende Gedanken gemacht, wie Gelder möglichst sinnvoll und effektiv eingesetzt werden können. So wurden jüngst 22 iPads für die Grundschule Mitwitz angeschafft und an die Schulfamilie überreicht. Damit wurde ein neuer Baustein in Sachen Digitalisierung geschaffen. Denn diese Leihgeräte sollen insbesondere denjenigen Schülern zur Verfügung gestellt werden, die selbst keine geeigneten Geräte zur Verfügung haben. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Beschulung zu Hause für alle Schüler möglich ist. Geplant ist die Anschaffung weiterer Leihgeräte, insgesamt bis zu 50 Stück. Die iPads wurden im Rahmen der Zuwendungsrichtlinie "Sonderbudget Leihgeräte (SoLe)" mit einer großzügigen Förderung bezuschusst.

Um zu garantieren, dass die neu angeschafften mobilen Endgeräte in Zeiten von Distanzunterricht bei den Schülern zu Hause auch einwandfrei funktionieren, sollen unter anderem ein neuer Server angeschafft und mehrere Access Points eingerichtet werden. Diese sogenannten Zugangspunkte erweitern das WLAN-Netzwerk auf dem gesamten Grundstück der Grundschule Mitwitz. Eine dazu speziell angeschaffte Lernsoftware wird von den Lehrern mit Unterrichtsmaterial versehen. Dieses kann von den Schülern zu Hause über die mobilen Endgeräte abgerufen werden. Auch für diese Maßnahmen gibt es ein Förderprogramm, die "digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen".

Eltern-Schüler-Infosystem

Darüber hinaus verfügt die Schule dank der Direktorin Evelyn Kohl-Dümlein über das Eltern-Schüler-Informationssystem (ESIS). Neben dem hohen finanziellen und zeitlichen/organisatorischen Einsparungspotenzial, das sich für die Schule ergibt, profitieren auch die Eltern. Im Gegensatz zu anderen Informationssystemen/-portalen müssen sich die Eltern nicht kompliziert anmelden und immer das Passwort parat haben. ESIS informiert aktiv über E-Mail und über Push-Meldungen des Smartphones. Es wurde eingerichtet zur Verbesserung von Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern und Schülern.

Durch die Verlegung eines Glasfaseranschlusses von der Reutersgasse in die Thüringer Straße steht der Grundschule, der Montessori-Schule und dem Hort darüber hinaus eine stabile Leitung zur Verfügung. Damit dürften die Bildungseinrichtungen für die Zukunft gut gerüstet sein.