Tiefe Einblicke in den Arbeitsalltag der europäischen Institutionen erhielten Schüler des Alexandrinum beim Besuch von Peter Fisch, einem ehemaligen Beamten der EU-Kommission. Er stellte einerseits schlaglichtartig die Arbeitsprozesse der verschiedenen europäischen Institutionen vor und zeigte andererseits mögliche Zukunftsperspektiven der EU auf.

Da die Schüler sich seit Beginn des Schuljahres im Sozialkundeunterricht in verschiedene Aspekte des europäischen Staatenbundes eingearbeitet hatten, kam es zu einem sehr konstruktiven Gedankenaustausch.

Fisch betonte, wie weit der europäische Einigungsprozess in den vergangenen 70 Jahren vorangeschritten ist, und verdeutlichte die Erfolge: Ein vereintes Europa in Frieden und Freiheit - nach 1989 ein integriertes Europa auch über die bis dahin bestehenden ideologischen Grenzen des Eisernen Vorhangs hinweg - eröffne die Voraussetzungen des Wohlstands, von dem Deutschland als Exportnation profitiere.

Andererseits kritisierte Fisch aber auch die seit einem Jahrzehnt fehlenden Zukunftsperspektiven für die EU.

Dazu verglich er die französische und deutsche Europapolitik und bemerkte, dass die letztere sich durch ein beharrliches Bewahren des Status Quo auszeichne.

Angesichts der zahlreichen ungelösten Probleme auf der Agenda der EU-Politik, wie etwa der Klimapolitik oder dem Umgang mit Geflüchteten, seien aber inhaltliche und strukturelle Reformen dringend geboten. Dass das Thema für die Schüler von großem Interesse ist, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich: vor allem der Brexit mit seinen Folgen war der Hauptschwerpunkt der Fragen.

Wirtschaftliche Nachteile

Fisch stellte heraus, dass der Brexit, zu welchem Zeitpunkt auch immer, in erster Linie als abschreckendes Beispiel gesehen werden könne und dass das Vereinigte Königreich insbesondere wirtschaftliche Nachteile durch diese Entscheidung zu tragen hätte. Auch die Frage, warum die EU in der Bevölkerung häufig als negativ, als "Bürokratiemonster" und "intransparent", wahrgenommen würde, wurde diskutiert. red