Jährlich sterben allein in Deutschland rund 24 000 Menschen an den Folgen einer Darmkrebserkrankung. Etwa 60 000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr. Dabei kann man kaum einer anderen Krebsart so leicht vorbeugen. Durch Vorsorge und Früherkennung könnten nahezu alle Darmkrebsfälle verhindert oder geheilt werden.

Zum 19. Mal steht der März in ganz Deutschland im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Ausgerufen von der Felix-Burda-Stiftung, der Stiftung Lebensblicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs engagieren sich Medien, Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen für dieses wichtige Thema.

Polypen auf der Spur

Dem Kronacher Onkologen Peter Anhut, Vorstandsmitglied des Tumorzentrums Oberfranken, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die wichtigste Waffe gegen den Darmkrebs die Früherkennung ist. "Darmkrebs ist eine Krankheit, die man in vielen Fällen vermeiden kann", betont Anhut. Sie entwickele sich aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Das seien Geschwulste, die in der Darmschleimhaut wachsen. Diese seien zunächst gutartig, könnten sich aber über Jahre in bösartige Tumore wandeln.

"Eine Darmspiegelung kann unproblematisch durchgeführt werden", appelliert der Mediziner zur Vorsorge. Dabei können die Vorstufen entdeckt und bei der Untersuchung gleich entfernt werden. So könne sich aus diesen Polypen kein Krebs entwickeln. Dieser Eingriff sei völlig unproblematisch, relevante Nebenwirkungen gebe es kaum.

Kassen übernehmen Kosten

Männer sollten ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig eine Darmspiegelung durchführen lassen. Seit April 2019 sei das die Empfehlung der Krankenkassen, die auch die Kosten übernähmen, so Anhut. Bei Frauen liege das empfohlene Kontrollalter bei 55 Jahren. Bei einem erhöhten Risiko wie Krebserkrankungen in der Familie oder einer chronischen Darmentzündnung sollte eine Spiegelung schon früher stattfinden.

Symptome für den Darmkrebs treten laut Mediziner oft erst dann auf, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Bei länger anhaltenden Beschwerden und Unregelmäßigkeiten des Verdauungstraktes empfehle es sich, einen Arzt aufzusuchen. rg