Das zweite Standbein steht beziehungsweise es läuft: In einem kleinen Festakt ist die Wasserleitung von Voigendorf nach Albertshof in Betrieb genommen worden.
Die beiden Versorger, Wiesenttal- und Aufseßgruppe, sind in der Lage, ihren täglichen Wasserbedarf von 500 (Markt Wiesenttal) beziehungsweise 300 Kubikmeter (Aufseßgruppe) aus ihren leistungsfähigen Brunnen im Wiesent- und Aufseßtal selbst zu decken. Die Rohrverbindung ist eine Standleitung für den Bedarfsfall und kann gegenseitig geflutet werden.
Wiesenttal- und Aufseßgruppe beliefern 20 Dörfer und sechs Weiler in drei Gemeinden mit dem kostbaren Nass. Für den Wiesenttaler Bürgermeister Helmut Taut (FW) ist mit der Inbetriebnahme der Verbundleitung die Versorgungssicherheit "herüben und drüben" zu hundert Prozent gewährleistet. Neben einer Qualitätsverbesserung sieht der Gemeindechef auch ein Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit.
Die Kosten für die Baumaßnahme waren mit einer Million Euro veranschlagt. "Wir kommen leicht drüber, werden es jedoch meistern. Ich hoffe, dass wir um Verbesserungsbeiträge herumkommen", äußerte sich Taut zuversichtlich. Immerhin gebe es für den Leitungsverbund, dessen Kosten sich der Markt und die Aufseßgruppe teilen, eine staatliche Förderung von 50 Prozent. Der Vorsitzende der Aufseßgruppe, Michael Distler, sieht in der finanziellen Unterstützung aus München ein Geschenk des Freistaates und eine Stärkung der regionalen Wasserversorgungen.
Für die Leiterin des Gesundheitsamtes Forchheim, Christiane Fleischmann, ist die Wasserqualität genauso wichtig wie die Quantität. Die beiden Brunnen im Aufseßtal und im Wiesenttal würden einwandfreies Trinkwasser liefern. "Ich bin froh, wenn das Trinkwasser aus der Region kommt", sagte Fleischmann. Abteilungsleiter Günther Prem vom Wasserwirtschaftsamt Kronach sprach sich für eine Stärkung der regionalen Wasserversorgung aus.


2,2 Kilometer Länge

Ingenieur Alexander Dürrschmidt gab technische Erläuterungen. So habe die Leitung zwischen Voigendorf und Albertshof eine Länge von 2,2 Kilometern bei einem Durchmesser von 150, stellenweise 200 Millimetern. Das Material besteht aus erosionsfreiem Kunststoff. Gespeist wird die Leitung von den beiden Hochbehältern in Wüstenstein und am Hohen Kreuz oberhalb Muggendorf. Während das Trinkwasser in Richtung Voigendorf alleine läuft, muss es in der Gegenrichtung gepumpt werden, da der Leitungsdruck im Wiesenttaler Netz um zwei Bar höher liegt. Damit das Trinkwasser in der Standleitung nicht aufkeimt, erfolgt ein regelmäßiger Austausch.