Interesse an der Bürgerversammlung zeigten viele Bewohner am Mittwochabend im Saal des "Schwarzen Adlers". Bürgermeister Claus Bittenbrünn würdigte bei seiner Darstellung bereits abgewickelter Projekte und angesichts künftiger Vorhaben in Königsberg und seinen Stadtteilen den Obst- und Gartenbauverein Unfinden. Die Mitglieder seien sehr rührig und kümmerten sich vorbildlich um das Erscheinungsbild des Dorfes, etwa auch bei der Umgestaltung des Friedhofs. Hier wurden neue Platten gelegt und die Bäume am Eingang geschnitten.

Einige Fortschritte gibt es

Zufrieden zeigte sich das Stadtoberhaupt darüber, dass die viele Jahre sehr reparaturbedürftige Raiffeisenstraße nun in einen guten Zustand gebracht werden konnte. Schön sei auch das "Fischbrünnle" Richtung Junkersdorf geworden, wo der ehemalige Brunnen wieder aufgestellt werden soll.

Die erste Frage kam von Heinz Grimmer: Was sei im Friedhof wegen der zunehmenden Urnenbestattungen geplant. Die Gräber würden aufgelöst und es sei nicht schön, wenn immer mehr Grabsteine wegfielen. Dann sehe der Friedhof sehr leer aus. Claus Bittenbrünn kündigte eine gemeinsame, für alle befriedigende Lösung an.

Um die marode Straße "Am Bettelmann" ging es dann: "So, wie diese Straße ist, ist es kein Zustand. Sie steht auf dem großen Plan", meinte Bittenbrünn. Wann der große Plan aber verwirklicht wird, das konnte er nicht sagen.

Dem Vorschlag von Helmut Hey, die alten Brunnen im Dorf - immerhin ein Stück Geschichte - auf Vordermann zu bringen, begrüßte das Stadtoberhaupt. Geplant ist ein Treffen vor Ort mit den Verantwortlichen.

Heinz Grimmer meldete sich noch einmal zu Wort: Warum gibt es zwischen dem neuen Baugebiet am "Wacholderweg" Richtung Unfinden und der Stadt Königsberg eine so große freie Fläche - quasi ein "Loch"? Amtsleiter Johannes Mücke informierte, dass die Besitzer ihre Grundstücke nicht verkaufen. Somit ist keine Planung möglich. Helmut Hey schlug vor, wenigstens einen Teil davon zu einem Naherholungsgebiet umzugestalten. Das konterte Gerd Rügheimer: " Wir haben genug Grün um uns herum. Wir sind hier nicht in der Großstadt!"

Eine teilweise hitzige Diskussion brachte Ortssprecherin Eva Rügheimer in Gang mit ihrem Vorschlag, vom Biotop "Fischbrünnle" bis zum Ortseingang von Königsberg (Staatsstraße) "Tempo 70" einzurichten. Es werde zu schnell gefahren. Unglücksfälle seien vorprogrammiert, sagte sie. Offenbar traf sie einen Nerv der Unfindener.

Bittenbrünn erinnerte daran, dass eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung schon einmal angegangen wurde. Das Straßenbauamt lehnte sie aber ab, weil der Durchgangsverkehr Vorrang hat. Einige Bürger ärgerte das. In den Staatsstraßenabschnitt münden immerhin zwei Dorfstraßen und die Kreuzungen seien gefährlich, hieß es.

Auf alle Fälle sollten Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden, um einen Grund für Geschwindigkeitsbegrenzung zu haben, hieß es. Bürgermeister Bittenbrünn sagte zu, das Thema mit Nachdruck zu verfolgen. Erstaunt war er, als er hörte, wie einige Anwesende erklärten, dass die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs nicht die Haltestellen im Dorf anfahren, sondern die Fahrgäste auf der Hauptstraße aussteigen ließen. Etliche Unfindener schimpften über dieses große Gefahrenpotenzial.

Margot Hey schlug am Ende vor, doch nicht alle Wiesen abzumähen, sondern Blumenwiesen als Nahrung für die Insekten stehen zu lassen.

Nach einer Pause stellte Marco Siller aus Unfinden der Versammlung ein Nahwärmekonzept vor. Er plant ein zentrales Heizkraftwerk. Hintergrund ist, dass einige Heizkessel im Ort veraltet sind. Die Vorgabe für so ein Projekt ist, dass es für die Anschlussnehmer einen finanziellen Vorteil geben muss, verglichen mit einem herkömmlichen System. Besonders wichtig ist auch der Gedanke nach dem heißen Sommer im letzten Jahr, dass der Brennstoff aus erneuerbaren Ressourcen besteht.

Team stellt Berechnungen an

Etwa zehn Personen befassten sich mit solch einer zentralen Wärmeversorgung und stellten ein Konzept für eine kalkulierte Nahwärmeversorgung auf. Wirtschaftlich wird das System laut Marco Siller, wenn sich etwa 40 Haushalte in Unfinden beteiligen. Falls nach dieser Vorstellung bei der Bürgerversammlung ausreichend Interesse im Dorf besteht, können die nächsten Schritte für das Nahwärmeprojekt getan werden. Die Anwesenden nahmen die Idee positiv auf, so dass sich abzeichnete, dass sie weiter verfolgt wird.