"Mit diesem Riesenschritt hat die Zukunft für Pretzfeld und die Teilorte begonnen", sagte Klaus Neuendank von der Telekom beim offiziellen Startschuss für ein schnelleres Internet am Donnerstag.
Bereits Mitte Juni hatte die Marktgemeinde Pretzfeld einen schnelleren Anschluss an die weltweite Datenautobahn erhalten. "Bis jetzt sind noch nicht viele Beschwerden gekommen", scherzte Neuendank.
Telefonieren, Daten übertragen und surfen, das alles geht jetzt schneller. Je nachdem, wie weit entfernt der Kunde vom nächsten Schaltgehäuse wohnt, beträgt die Übertragungsrate zwischen 30 und 50 MBit in der Sekunde. "Die Kunden können auch IPTV bei uns buchen, denn das Netz ist so leistungsstark, dass man gleichzeitig telefonieren, surfen und fernsehen kann", erklärte Neuendank. Die schnellen Internetanschlüsse kommen allerdings nicht von allein in die Haushalte, die Bürger müssen selbst aktiv werden.


18 Kilometer Glasfaser

Etwa 940 Haushalte in Pretzfeld, Hetzelsdorf, Kolmreuth, Poppendorf, Unterzaunsbach, Urspring, Wannbach und Oberzaunsbach sind nun an das schnelle Internet angeschlossen.
Es gibt elf Schaltkästen. 18 Kilometer Glasfaser und fünf Kilometer Tiefbau wurden benötigt. Hier wies die Pretzfelder Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/ Ökologen) darauf hin, dass noch ein paar Kleinigkeiten ausgebessert werden müssten. Das Projekt hatte etwa 515 000 Euro gekostet, wovon 415 000 Euro aus Fördermitteln gekommen sind. Das verwendete VDSL ist eine Kombination aus Kupfer- und Glasfaserleitungen. Glasfaser läuft bis zu den Schaltgehäusen, ab da werden die alten Kupferleitungen genutzt.
Die Paten für den Pretzfelder Breitbandausbau waren Jochen Hostalka und Christian Merz, die auch ihr Fachwissen einbringen konnten.
"Gibt es für Lützelsdorf und Hagenbach auch noch Hoffnung, dass sie an die Telekom angeschlossen werden?", fragte Dritter Bürgermeister Gerhard Kraft (FW). Die beiden Teilorte erhalten schnelles Internet von Kabel Deutschland. "Die Glasfaser geht doch haarscharf an den beiden Ortschaften vorbei", ergänzte Kraft. Bernd Kohlbauer von der Telekom antwortete, dass das bei einem nächsten Schritt möglich sein könnte. Allerdings könne in den beiden Orten jeder Kunde bereits jetzt einen Glasfaseranschluss für 100 Euro beantragen. Er müsse den späteren Anschluss allerdings selbst bezahlen. "Das könnte eine höhere vierstellige Summe sein. Die 100 Euro würden aber gutgeschrieben", meinte Kohlbauer.