Das war mal eine ganz andere Unterrichtsstunde am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium. Die Klasse 5c mit Lehrer Jochen Breiter bekam im Fach "Natur und Technik" Einblicke in eine gesundere Ernährung. Konkret ging es darum, wie man mit Getränken umgeht und sie in der richtigen Auswahl zu sich nimmt.

Dazu waren Margot Schmitt von der AOK Kulmbach und Ernährungsfachfrau Edith Wagner mit dem Projekt "SchmExperten" in die Schule gekommen. Sie klärten die Kinder 90 Minuten lang über die Vielfalt des Trinkens auf und erläuterten, was man eigentlich so seinem Körper zuführt.

Hinter "SchmExperten"verbirgt sich eine Pilotaktion der Allgemeinen Ortskrankenkassen mit der Grundidee, präventive Gesundheitsförderung in die Lebenswelten, sprich in Schulen, Kindergärten und Betriebe zu bringen - eben mit Schmecken, Experimentieren und Erforschen. Margot Schmitt: "Wir wollen das Interesse am gesunden Essen und Trinken wecken und vor allem die Kinder befähigen, sich selbst was Vernünftiges und auch Leckeres zuzubereiten."

14 Sorten im Test

Daher beschäftigte man sich zuerst mit dem theoretischen Wissen über die Bestandteile und Zutaten in Cola, Limo, Apfelsaft, Eistee oder Fruchtsaft, um später verschiedene Mischungen herzustellen und das auszuprobieren. Insgesamt 14 Sorten standen dafür zur Verfügung.

Es wurde eifrig notiert und verglichen, die Ergebnisse in den ausgeteilten Arbeitsblättern festgehalten. Da staunten manche nicht schlecht und blickten etwas ungläubig in die Runde, wie der elfjährige Julian: "15 Stück Würfelzucker in einem halben Liter Zitronenlimonade, das habe ich nicht gedacht."

Er werde künftig mehr auf die Zutaten schauen und nach dieser Stunde sein Trinkverhalten ein bisschen ändern. Die differenzierten Geschmacksproben würden ihm dabei helfen.

Der beste Durstlöscher

Es gab eine Menge zu lernen und zu beachten für den Nachwuchs, bevor er zur Flasche griff. Da sollten ruhig mal die Angaben für Brennwerte, Eiweiß, Fett, Zucker und Konservierungsstoffe gelesen und die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden, war ein Rat. Ein Tipp der Expertin Wagner: "Einen Früchte- oder Kräutertee kochen, kalt werden lassen und dann mit Apfelsaft oder Orangensaft mischen. Im Verhältnis 3:1." Und sie fügte an, Leitungswasser sei immer noch der beste Durstlöscher.

Eine große Box, gefüllt mit Bechern, Tellern, Schüsseln und Arbeitsgeräten wie Schäler, Schneebesen und Küchenreibe, hatten die AOK-Leute mitgebracht, sowie Arbeitshilfen und Trinkflaschen. Alles bleibt in der Schule zum Üben.

Und zur nächsten Unterrichtsstunde in der kommenden Woche kommt Edith Wagner wieder, um die von ihr gestellten Hausaufgaben zu bewerten. Ebenso wird sie dann über gesundes Essen mit dem Schwerpunkt Brot referieren.

Klasslehrer Jochen Breiter zum Projekt: "Gerade in der heutigen Zeit wächst die Bedeutung einer gesunden Ernährung, weil die Produktvielfalt immer größer wird und Zusatzstoffe verwendet werden, die gar nicht notwendig sind."

Eine klare Meinung vertrat auch Schulleiter Horst Pfadenhauer: "Wir sind Umweltschule und da gehört die Ernährung dazu, im Unterricht oder mit außerschulischen Aktionen. Mich freut die große Resonanz bei Schülern und Lehrkräften." Pfadenhauer verriet noch, dass seine Familie viel Wert auf regionale Produkte und gesunde Ernährung legt.