Eine nach der Gemeindeordnung jährlich einmal vorgeschriebene Bürgerversammlung münzte Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) kurzerhand zu einem Frühschoppen um. In der Frohnlacher Kulturhalle gab es jedoch nicht nur Blasmusik und Weißwürste, sondern auch ernsthafte, wenn auch wenige Wortmeldungen. Der Bürgermeisters und ein Sachbearbeiter informierten über das Gemeindegeschehen.
Dieses Mal waren die Bürger aller Ortsteile zu dieser zentralen Veranstaltung aufgerufen. Und siehe da, dieser Versuch gelang. Kein "Motzen" darüber, sondern Zustimmung in einem zwanglosen Rahmen.
Allerdings machten - trotz des neuen Formats der Versammlung - die Bürger vom Rederecht wenig Gebrauch, auch wenn sie den Saal vollständig füllten. Zusätzliche Stühle und Tische mussten herbeigeschafft werden - und das Essen und Trinken mundete.
Es waren nur zwei, die sich zu Wort meldeten. Scheinbar ist in Ebersdorf, trotz klammer Kassen, die Welt in Ordnung.
Hilmar Nemmert bemängelte den schlechten Zustand der Häuser in der Frohnlacher Dorfmitte. "Es ist ein Schandfleck", gab Bürgermeister Bernd Reisenweber zu. Die Gemeinde habe allerdings keinen Einfluss auf eine Sanierung, da alle Anwesen sich in Privatbesitz befänden und der Denkmalschutz ein Wort mitzureden habe.
Der zweite Redner, Alexander Remde, meinte, die Platanenbepflanzung am Schulhof sei nicht die richtige. Die Bäume erzeugten viel zu viel Laub und die Blätter seien öfters mit einer Krankheit befallen. Reisenweber stellte dazu fest, dass eine Bepflanzung mit Kastanien bereits verworfen worden sei. Er wolle aber, dass beide sich vor Ort Gedanken über die Bepflanzung machten.
"Heute gilt unser Blick nicht den globalen Verhältnissen, sondern wir lenken die Sicht auf unsere Nähe", begann Reisenweber seine Ausführungen. So meinte er, dass viele Kommunen finanzielle Probleme hätten, die nicht nur hausgemacht seien, sondern dass Bund und Land durch ihre Beschlüsse entscheidend zu klammen Kassen beitrügen, insbesondere im sozialen Bereich. Da in Ebersdorf die Gewerbesteuer als Haupteinnahmequelle laut Reisenweber dramatisch eingebrochen ist, mussten unter anderem die freiwilligen Leistungen auf Null herabgesetzt werden. "Jetzt erst merken wir, wie wichtig Gewerbe und dessen Steuer für uns sind", sagte das Gemeindeoberhaupt. Sein Ziel und gleichzeitig die Herausforderung sei es, das Erreichte zu bewahren, es weiterzuentwickeln und somit Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.
In Anspielung auf den Wunsch der drei Gemeinden Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen, im Rahmen des Landesentwicklungsplanes als Mittelzentrum eingestuft zu werden, bemerkte Reisenweber, dass althergebrachte Abgrenzungen, die das Handeln nicht mehr bestimmen dürften, längst abgebaut sein sollten.