Ende September wurde der 41-jährige Georg Schauer einstimmig als Ortsbeauftragter von Neudorf gewählt. 31 Einwohner zählt der kleine Ort westlich des Mains (Stand Juni 2020). Es ist das erste Mal, dass Neudorf einen eigenen Ortsbeauftragten hat, der noch dazu aus dem Ort stammt. Sie sind Vollerwerbslandwirt: Ist das Ihre ursprüngliche Berufsausbildung gewesen? Wie groß ist der Betrieb? Meine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich war nicht die klassische Ausbildung, sondern das landwirtschaftliche Studium an der Fachhochschule. Ich habe dort als Dipl. Ing (FH) abgeschlossen. Den Betrieb hab ich im Jahr 2007 von meiner Mutter übernommen. Mein Vater ist 2005 plötzlich verstorben. Wir bewirtschaften rund 100 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Warum hat es früher noch keinen Ortsbeauftragten gegeben? Hat das der Ortssprecher von Messenfeld mit erledigt oder ist die Gemeinde politisch aktiver geworden? Ganz früher gab es ja einen Ortssprecher in Messenfeld. Danach war Neudorf mit einem Gemeinderat vertreten. Er hat sich sehr engagiert. In der letzten Wahlperiode war die ehemalige Gemeinde Messenfeld/Neudorf auch mit zwei Gemeinderäten vertreten (beide waren aber aus Messenfeld). Leider haben beide es nicht mehr geschafft. Von daher die Idee, dass beide Ortsteile einen Ansprechpartner für die Gemeinde haben. Auch ist dann der Weg zwischen Gemeinde und Neudorf vielleicht kürzer und direkter. Streben Sie mal einen Sitz als Gemeinderat an? Bei der letzten Kommunalwahl im März 2020 war ich ja mit auf der Liste. Ich persönlich war von meiner Stimmenzahl sehr positiv überrascht. Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben! Wenn die Bevölkerung es wünscht, dann würde ich mich natürlich auch gerne in die Kommunalpolitik mit einbringen. Aber die Entscheidung liegt beim Wähler. Die Arbeit im Gemeinderat ist natürlich auch mit viel Zeitaufwand verbunden. Aber sich nicht zu engagieren ist auch keine Lösung. Was steht an in Neudorf, was ist geplant oder was muss dringend erledigt werden? Verschiedene kleine Renovierungsarbeiten an der Kirche müssten demnächst erledigt werden. Kleinere Sachen werden da gerne mal vergessen. Da muss man immer wieder nachbohren. Auch das Thema Ortsverbindungsstraßen muss endlich wieder auf die Agenda des Marktes Ebensfeld. Wir haben einige Straßen in sehr schlechtem Zustand. Leider ist da im Haushalt kein Geld für die Sanierung eingeplant. Hier werden die kleineren Dörfer immer gerne vergessen. Auch die Sanierung der Feldwege ist ein Thema. Dies ist alleine mit den Jagdgenossenschaften nicht mehr zu schaffen. Hier wurden bereits erste Gespräche mit dem Bürgermeister und der Direktion für Ländliche Entwicklung geführt. Und es gibt hier durchaus interessante Fördermöglichkeiten von staatlicher Seite. Aber dazu müssen dann alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Auch die Sanierung von Ortsverbindungsstraßen kann im Rahmen solcher Projekte nämlich gefördert werden. Was könnten sich Gemeinderat oder Bauausschuss in Neudorf anschauen? Oder sollten sie sich prinzipiell mal blicken lassen? Wenn Corona vorbei ist, dann sind die Mitglieder der Gremien des Marktes Ebensfeld natürlich herzlich willkommen. Unsere Kerwa ist ja da immer ein Treffpunkt.  Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr dann die Räte wieder begrüßen können. Einige Kleinigkeiten könnten wir natürlich auch vor Ort anschauen. Zum Beispiel den schlechten Zustand der Straßen. Dann haben die Räte auch ein Bild dazu im Kopf. Wer kümmert sich um die Kirche, die ja den Ebensfeldern gehört: lüften, putzen, schmücken und wie heißt sie eigentlich? Das Schmücken wird abwechselnd von einigen Neudorfer Familien durchgeführt. Es ist die Herz-Jesus Kirche in Neudorf. Ich hoffe damit liege ich richtig (grinst). Die Kirche wurde ja damals in einer Gemeinschaftsleistung von den Neudorfern errichtet. Ich hoffe, der Markt Eb ensfeld unterstützt uns weiterhin beim Unterhalt. Die Fragen stellte Monika Schütz.