Bereits im März 2019 hatte das Büro für Kommunalberatung Dr. Schulte Röder von der Gemeinde Reckendorf den Auftrag erhalten, für die Kanalisation und Kläranlage das Vermögen zu berechnen und mit der Entwässerungsleitung einer aktuelle Gebührenkalkulation zu unterziehen.

Mit der 1. Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung sah Erster Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) in seiner Beschlussvorlage vor, die Gebühren auf 3,50 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen. Damit sollte das bisher erwirtschaftete Defizit (Zeitraum von 2016-2019) aufgefangen werden. Die vom Beratungsbüro empfohlene Preissteigerung würde sich von bisher 2,40 Euro auf 3,46 Euro belaufen, wobei das Gemeindeoberhaupt mittels der zusätzlichen 4 Cent/m³ gewisse Rücklagen für zukünftige Investitionen bilden möchte. Die Satzung soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.

Weitere Beratung im Ausschuss

Als Erster erbat sich ein verwunderter Gemeinderat Markus Sippel (WBFW) das Wort: "Mit der Übernahme der Kläranlage von Südwasser in den Eigenbetrieb wollten wir sparen, und heute weist ihr Betrieb eine der teuersten Gebühren im Landkreis auf?" Er plädierte dafür, vor Erlass der Satzung die Rechnungsergebnisse dem Finanzausschuss zur Prüfung vorzulegen. Dritter Bürgermeister Ludwig Blum (CSU) war derselben Meinung. Junge Familien, die jetzt gebaut hätten, könne man diese Gebühren nicht zumuten. Gemeinderat Erwin Wahl (CSU) erinnerte daran, dass die Mehrkosten durch die beschlossene Änderung der Klärschlammentsorgung (wohl 30 %) hier noch gar nicht enthalten seien. Maximilian Meunzel (CSU) und Bernhard Zahner (WBFW) wollten zudem wissen, ob die Abschreibungswerte auch exakt kalkuliert wurden.

Bürgermeister Deinlein formulierte die Beschlussvorlage schließlich um: Statt die Änderungssatzung zu verabschieden, soll die Angelegenheit zur weiteren Beratung in den Finanzausschuss gebracht werden. Die Abstimmung hierfür verlief mit 13:1 Stimmen. awa