Bad Staffelstein — Sie war schon eine launige Zeremonienmeisterin, diese Silke Launert. Die Vorsitzende des Bezirksverbands der Frauenunion (FU) und Mitglied des Bundestags eröffnete am Samstag ohne allzu kämpferische Verbreitung schwerer Ideologien eine dennoch gehaltvolle FU-Bezirksversammlung.
Aber worum ging es? Darum, dass die Formel "Frauen + Politik + Engagement = Demokratie" so stimmig wie natürlich ist und unterhaltsam unterstrichen werden kann. Die Peter-J.-Moll-Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Vielleicht auch, weil es einen Mitgliederzulauf bei der FU gibt, bestimmt auch darum, weil es hochkarätige Gäste gab und womöglich auch deshalb, weil den Grußworten eine Modenschau folgte. Ganz sicher aber auch weil die Einsicht herrschte, wonach die FU ein wichtiges Sprachrohr der Frauen ist. Eine derer, die den landkreislichen Zuwachs in der bayernweit zirka 25 000 Mitglieder zählenden Vereinigung darstellen, war die 20-jährige Eva Jäger aus Weismain. So jung, so politisch, formulierte sie gegenüber dem FT: "Es ist wichtig, dass die FU separat existiert, weil die Frauen dadurch stärker werden, ein eigenes Netzwerk bilden und Selbstbewusstsein entwickeln." Selbstbewusstsein atmete die Veranstaltung allemal, so sehr, dass eine Modenschau den Eindruck versammelter weiblicher Ernsthaftigkeit nicht schmälerte. "Ich mag weibliche Interessen wie Kleidung und Essen", räumte Silke Launert ein. Aber ebenso mag sie es, Aufgaben zu verteilen und Mitstreiterinnen einzubinden.
Gegen Kinderpornographie beispielsweise, zu der sie zu einer Unterschriftenaktion aufrief und Anwesende auch gleich in die Pflicht nahm. Jede Frau hatte drei Zettel mitzunehmen, um per Unterschriften weitere Mitstreiter zu gewinnen. Was Rang und Namen in der FU hatte, war vor Ort. FU-Kreisvorsitzende Melita Braun, die neue Bezirks-Ehrenvorsitzende Gudrun Brendel-Fischer, MdB Emmi Zeulner, CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier oder FU-Landesvorsitzende Angelika Niebler. Und auch wenn Emmi Zeulner auf das Ansinnen des ehemaligen Bundesministers und derzeitigen stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Friedrich, diesem neckisch beschied, dass "Männern einige Voraussetzungen fehlen", man(n) aber träumen dürfe, so war es doch Friedrich, der in einer beachteten Rede der um Soziales und Familienthemen bemühten Union künftig einen Programmpunkt verstärkt ans Herz legen möchte: die Wirtschaft.