Marktzeuln — Im Gräfin-Alberada-Ring in Marktzeuln tut sich etwas: Für die Parzelle 4 im Neubaugebiet "Sandersgarten Nord" ist der Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage geplant. Unter anderem um dieses Thema ging es in der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend in der TSV-Turnhalle. Denn: Die Bauherren haben eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform beantragt.

Im Bebauungsplan ist für Pultdächer eine Dachneigung von fünf bis fünfzehn Grad vorgesehen. Die Käufer dieser Parzelle richteten ein Schreiben an den Gemeinderat und baten um Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform. Sie stellten die Vorteile eines Flachdaches dar. Es wäre praktisch, preiswert, wartungsarm und von energetischem Vorteil. Außerdem wäre ein Flachdach die beste Grundlage für eine geplante Photovoltaikanlage. Zudem wäre diese Dachform zeitlich schneller fertiggestellt. Auch für eine Dachbegrünung wäre so ein Flachdach prädestiniert. Die Begrünung wirke sich positiv auf den Regenwasserrückhalt aus und trete der Versiegelung von Flächen entgegen.

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech ist der Ansicht, dass ein Flachdach keinen großen Unterschied zu einem etwa fünf Grad geneigten Pultdach darstelle. Aus ästhetischen Gründen sehe er keine Beeinträchtigung. Gemeinderat Erwin Grünbeck (CSU) wollte noch einmal klarstellen, dass beim Aufstellungsverfahren des Bebauungsplanes keinerlei Stellungnahme seitens der Öffentlichkeit erfolgte. Erst mit dieser Bauvoranfrage wurde die Zulassung eines Flachdaches beantragt. Gemeinderätin Jutta Stark (UBMz) fand: "Man sieht in sämtlichen Neubaugebieten immer mehr viereckige Häuser mit Flachdach, und diese Dächer machen optisch keinen Unterschied zu Pultdächern." Erwin Grünbeck vermutete: "Sollte eine Photovoltaikanlage auf einem Flachdach installiert werden, bliebe wohl nicht mehr viel Fläche zur Dachbegrünung übrig." Der Beschluss zur damaligen Vorgabe bezüglich der möglichen Dachformen entstand aufgrund des Vorschlages des Ingenieurbüros. Er warf noch einen möglichen Nachteil, die Probleme mit der Dichtigkeit eines solchen Daches in den Raum. Letztendlich schloss er sich jedoch der vorherrschenden Meinung an, dass es keinen Unterschied bei der Vorderansicht mache, ob es sich um ein Pultdach oder ein Flachdach handele.

Befreiung durchgewunken

Gemeinderat Markus Pülz (CSU) zog folgenden Schluss: Entweder man überarbeite den bestehenden Bebauungsplan, indem man ihn ändere, oder man genehmige den Bauherren die Freistellung. Das Gemeindeoberhaupt sprach sich für die Freistellung aus: "Eine Änderung des Bebauungsplanes würde nur zu einer zeitlichen Verzögerung führen." Auch in der Hinsicht darauf, dass bereits ein weiterer Käufer sein Interesse für ein mögliches Flachdach bekundete, beschloss der Gemeinderat einstimmig die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform.

Für den Gräfin-Alberada-Ring wurden außerdem für die Nummern 13, 19 und 23 Bauunterlagen eingereicht. Diese unterliegen jedoch der Genehmigungsfreistellung. Die Gemeinde macht von ihrem Prüfungsrecht keinen Gebrauch. In Horb am Main wurde bereits in der Gemeinderatssitzung am 3. Dezember 2019 beschlossen, das Einziehungsverfahren für einen circa 186 Meter langen Teilbereich der Ortsstraße "Industriestraße" aufgrund seiner verlorenen Verkehrsbedeutung durchzuführen.

Industriestraße wird Privatweg

Die Absicht der Einziehung wurde bekanntgemacht und die Unterlagen lagen für die Dauer von drei Monaten im Rathaus Marktzeuln zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Es wurden keine Einwendungen gegen die geplante Einziehung erhoben. Deshalb kann die Einziehung dieses Teilbereiches erfolgen. Der eingezäunte Bereich ist jetzt nur noch Privatgrundstück und keine öffentliche Straße mehr.

Dem in der Dezembersitzung vorgestellten Projekt in Zettlitz, Lichtenfelser Straße 8, wurde vom Gemeinderat auch die Zustimmung erteilt. Das Bauvorhaben füge sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche in die nähere Umgebung ein. Dort soll eine Wohnanlage mit sechs Wohneinheiten entstehen. Momentan gliedert sich das Gebäude in einen gemauerten Teil und einen mit Brettern erbauten. Das Holz soll weggerissen werden, und der massive Teil wird in die geplante Wohnanlage mit integriert.