Günther Geiling Am neuen Gymnasium in Ebern hat sich viel getan. Der Rohbau steht und der Terminplan passt. "Dabei sind wir auch noch im Kostenrahmen, sogar darunter." Diese erfreuliche Feststellung traf Landrat Wilhelm Schneider (CSU), als er sich mit den Mitgliedern des Kreistag-Ausschusses für Bau und Verkehr ein Bild vom Fortschritt des Neubaus des Gymnasiums machte. Er formulierte das Ziel, dass der erste Bauabschnitt mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 in Betrieb genommen werden soll.

Unterricht in Corona-Zeiten

Schulleiter Martin Pöhner nutzte die Gelegenheit, um auf die Corona-Situation in der Schule einzugehen. So sei derzeit immer die Hälfte der Schüler jeder Klasse im "alten" Gymnasium anwesend, während die anderen im Homeschooling zu Hause sind. Mittlerweile gelte diese Regelung für alle Schüler. Einen besonderen Dank sprach er dem Landkreis aus, der es schon vor drei Jahren der Schule ermöglicht habe, mit dem "office 350 education" zu arbeiten. Mit Hilfe dieses Programms könne das Friedrich-Rückert-Gymnasium seit Ostern auch Videokonferenzen mit den Schülern schalten und den Unterricht aufrechterhalten. Diese Investition habe sich in der Corona-Krise positiv bemerkbar gemacht.

Laut dem Oberstudiendirektor "können wir nach meiner Einschätzung 70 bis 80 Prozent des Lernpensums bewältigen. 100 Prozent lassen sich einfach nicht über Homeschooling leisten", sagte Pöhner.

620 Kinder und Jugendliche

Derzeit besuchen 620 Schüler in 29 Klassen die Schule. Darauf ist auch das Raumprogramm abgestellt. Zum Glück konnte man laut Pöhner die Einführung des G 9 im laufenden Planverfahren noch aufnehmen. Die zukünftige Entwicklung der Schülerzahlen lasse sich schwer abschätzen.

Martin Pöhner gab seiner Freude Ausdruck, dass die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sowie dem Planungsbüro BaurConsult gut funktioniere und viele Wünsche des Gymnasiums aufgegriffen werden. In diesem Zusammenhang stellte er die flexible Nutzung der Pausenhalle als besonders gelungenes Werk heraus

Drei Stockwerke

Dann ging es auf die Baustelle, wo derzeit Fachfirmen an sechs Gewerken arbeiten. Der Projektleiter Jochen Hinz vom Architekturbüro führte durch die Räume der drei Stockwerke und informierte über die Installation, die von oben unter die Decke gezogen werde. Dadurch bestehe später die Möglichkeit, weitere Leitungen zu verlegen. Man wisse ja nicht, was in späteren Jahren an neuen Maßnahmen dazukommen könnte, erläuterte der Fachmann.

Raumaufteilung

Im Erdgeschoss hat die Schulverwaltung ihren Sitz. Lehrerzimmer sowie der Silentiumraum schließen sich dort an. In den beiden Obergeschossen sind die Klassenräume, die alle an den Außenwänden liegen - wie um einen Kern. In diesem Kern soll dann das pädagogische Konzept der "Lernlandschaften" verwirklicht werden als eine Art "Marktplatz" für die Schüler; dort sind Bücherregale, Schülerarbeitsplätze, PC und moderne Medien vorgesehen. Alle Klassenräume werden mit Whiteboard-Tafeln sowie konventionell ausgerüstet; überall kann man auf WLAN zurückgreifen.

Pädagogische Ansätze

Die Schüler können aus ihrem Klassenzimmer zu Gruppenarbeitsaufträgen herauskommen und danach wieder in ihre Klasse zurückgehen. "Diese pädagogische Methode der Freiarbeit fördert die Selbstständigkeit der Schüler, und ich freue mich, dass es gelungen ist, diese Lernbereiche hinzubekommen", betonte Martin Pöhner.

Von der Pausenhalle im Erdgeschoss hat man den Blick bis hinauf ins "Dach", das über dieser Pausenhalle als großes Dachfenster entsteht. So wird, wie die Kreisräte sahen, eine schöne Raumatmosphäre im dreistöckigen Innenraum geschaffen.

Zeitplan

Wenn das Gebäude dieses ersten Bauabschnittes bis zum übernächsten Schuljahr ab September 2021 fertiggestellt ist, sollen die Klassen vom Altbau in diesen Neubau ziehen. Anschließend wird das bisherige Bestandsgebäude abgebrochen werden, um den nächsten Bauabschnitt anzugehen. Insgesamt fünf Jahre Bauzeit hat der Landkreis als Sachaufwandsträger eingeplant, bis der mit rund 28 Millionen Euro veranschlagte Neubau fertiggestellt ist.

Der Kreistag-Bauausschuss erfuhr, dass bisher alles nach Plan läuft. Weiteren Wünschen zur Turnhalle oder einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach begegnete Landrat Wilhelm Schneider mit folgenden Worten: "Wenn wir auch weiterhin im Kostenrahmen bleiben und wenn wir dann noch Geld haben. Wir liegen zwar noch gut bei den Kosten, sind aber erst beim ersten Bauabschnitt und wissen nicht, welche Überraschungen noch auf uns zukommen."