Gestern vor 40 Jahren, am 23. Juli 1980, wurde im Gasthof "Frankenwald" - der "Liesl" - der Sportverein in Knellendorf von neun jungen Männern gegründet. Der SV Knellendorf ist damit der jüngste Fußballverein im Landkreis im Spielbetrieb, sogar mit zwei Mannschaften.

Schon lange wollten die Jugendlichen in Knellendorf zusammen Fußball spielen. Der Drang danach, selbstständig eine Mannschaft zu stellen, entstand in der Zeit der katholischen Jugendgruppe St. Bernhard. Die Mitglieder organisierten Feste, Busfahrten, Seniorenfeiern und waren ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens. Es wurden auch Freundschaftsspiele gegen andere Jugendgruppen ausgetragen.

Die Jugend aus Knellendorf spielte in Gundelsdorf und auch in Haig und verstärkten dort die Fußballmannschaften in der C- und A-Klasse. Jedes gemeinsame Fußballspiel, besonders an den Kirchweihmontagen, ließ den Wunsch reifen, es zu Hause in Knellendorf mit einer eigenen Mannschaft zu versuchen. Am 23. Juli 1980, kurz nach der Kirchweih, war es so weit, neun junge Knellendorfer gründeten den SV Knellendorf.

Der Wille war stark

Manche belächelten die Vereinsgründer, denn die Probleme, eine Mannschaft zu stellen, einen Platz herzurichten, Umkleidemöglichkeiten und vieles vieles andere mehr, waren riesig. Doch der Wille war sehr stark und unter dem Vorstand Hans Ziegler und Schriftführer Wolfgang Böhnlein wurden alle Schwierigkeiten gelöst.

Bereits nach einem Jahr nahm der SV Knellendorf den Spielbetrieb auf - mit einer 1. Mannschaft und einer Reservemannschaft. Ein Glücksfall war auch Gerhard Wolf, der das Traineramt übernahm. Unter seiner Leitung wurde das ganze Dorf mitgenommen. Heim- und auch Auswärtsspiele waren für die ganze Ortschaft ein Ereignis. Sehr viele Zuschauer unterstützten begeistert den SV. Spielleiter war damals Siggi Lang.

Legendär waren die Entscheidungsspiele um den Aufstieg in die B-Klasse, jetzt Kreisklasse. Schon nach drei Jahren wurde der Aufstieg geschafft. Der FC Welitsch als klarer Favorit wurde in Friesen besiegt, und der SV Knellendorf spielte vier Jahre in der B-Klasse. Nach vielen Höhen und Tiefen spielt man jetzt in der A-Klasse. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war mit Sicherheit die einzige Meisterschaft der 1. Mannschaft 2010 mit den Trainern Jochen Brandl und Stefan Kolodzcyck. Doch durch großes Verletzungspech einiger Leistungsträger stieg der SV nach einem Jahr wieder ab.

Noch nie einen Trainer entlassen

Trainerlegenden wie Reinhard Bittruf, Peter Entner - er trainierte den SV dreimal -, Michael Fonfara, Jürgen Renk und Jochen Brandl waren in Knellendorf tätig. In der letzten Saison leitete Frank Tucci als Spielertrainer das Training. Allen gefiel die gute Stimmung im Verein und es wurde beim SV noch nie ein Trainer entlassen - auch eine Besonderheit in unserer Zeit.

In diesem Jahr, in der Serie 2019/20, die bis ins Frühjahr 2021 reicht, belegt der SV zwar nur einen Platz im hinteren Mittelfeld. Jedoch ist auch die 2. Mannschaft in der B-Klasse im Spielbetrieb.

Der Verein hatte natürlich nicht nur sportliche Highlights. Nach nicht einmal zehn Jahren entstand in Knellendorf ein schmuckes Sportheim und ein neuer Fußballplatz. Zusätzlich auch ein Trainingsplatz in einer wunderbaren Lage an einer Haßlachbiegung, dem "Roten Felsen", mitten im Ort und trotzdem etwas abseits. Die gepflegte Anlage kann sich mit vielen Sportstätten im Kreis messen. In den letzten Jahren fanden hier auch einige Religationsspiele auf Kreisebene statt.

Aufgrund der Größe kann Knellendorf keine Jugendmannschaften stellen. Aber schon seit drei Jahren wird für die Kinder jeden Mittwoch ein Fußballtraining angeboten. Hans Jürgen Schuster und Helmut Böhnlein versuchen, den Mädchen und Jungen Spaß am Fußballspielen zu vermitteln.

Die jetzigen Vorstände Hubert Walter und Marco Rottmann hätten gerne das 40-jährige Jubiläum 2020 gefeiert. Aber wegen Corona werden die Feierlichkeiten auf 2021 verlegt. red