Das findet man eher selten: Am Eingangstor der Markgrafenkirche St. Laurentius ziert der "Grüne Gockel" aus Glas das Portal. Und das schon seit 2005. Er ist ein sichtbares Zeichen, dass sich die evangelische Kirchengemeinde Wonsees in der Bayerischen Landeskirche für eine bessere Umwelt einsetzt.

Die Wonseeser sind da Vorreiter, denn sie gehören zu den Ersten, die einen solchen Gedanken aufgriffen und verwirklichten. "Vom Reden zum Tun" drückt es Gerlinde Ziermann aus, die zusammen mit Gottfried Langenfelder, Martina Hacker und Christine Schubert das Team bildet, das sich um die gute Sache kümmert und die Auszeichnung auf lange Sicht möglich macht.

Zu Beginn sei das Energiesparen im Blickfeld gewesen, sagte sie, "wir wechselten von Ölheizung zur Wärme durch Pellets, später wurde alles im Kirchenbereich auf LED-Beleuchtung umgestellt. Bei unseren Treffen gibt es nun Kaffee aus fairem Handel, im Friedhof haben wir Nistkästen für Vögel aufgestellt".

Jetzt soll auch der Gottesacker verstärkt in den Umweltgedanken einbezogen werden mit ungemähten Wiesenflächen, damit Insekten und Schmetterlinge bessere Nahrungsquellen finden, "in den Gemeindebriefen regen wir auch zu umweltbewussterem Handeln an". Der Lektorin der Wonseeser Kirchengemeinde ist wichtig, die Schöpfung zu erhalten, "für unsere Kinder und Enkelkinder, als Christin sehe ich da eine von Gott gewollte Aufgabe".

Alle vier Jahre kommt der Umweltberater der evangelisch-lutherischen Landeskirche in die kleine Gemeinde, um sich zu überzeugen, dass die Voraussetzungen für eine solche Auszeichnung - von der es im gesamten Freistaat nur etwa 140 gibt -, noch vorliegen.

"Ich bin sehr zufrieden über das, was ich sah, die Wonseeser sind auf dem richtigen Weg", urteilte Frank Ziegler und überreichte die neue Zertifizierung. Auch Pfarrer Daniel Städtler freute sich über den Erfolg und den engagierten Einsatz des Umweltteams, "ich unterstütze das gern".

Der "Grüne Gockel" schaut nun weiterhin stolz vom Kirchentor herab.