Sind Sie ein Die-Zeitung-immer-von-vorne-nach-hinten-Durchblätterer? Dann dürften Sie ja zwei Seiten zurück schon gelesen haben, welche Dinge meinen Kolleginnen helfen, besser durch die grauen Herbsttage zu kommen. Sollten Sie sich dagegen - wie ich - immer von hinten nach vorne durchs Blatt kämpfen, empfehle ich, den Artikel auf Seite 9 vor dem Weiterlesen dieser Zeilen zunächst einmal zumindest kurz zu überfliegen. Danke.

So, sind Sie wieder da? Prima. Dann wissen Sie jetzt ja, dass Spaziergänge in der Natur, Gartenarbeit, Lesen, Saunabesuche und das Beobachten der eigenen Hühner den sogenannten Herbst-Blues vertreiben können.

Als es gestern darum ging, aus den Gedanken meiner Kolleginnen eine Zeitungsseite zu gestalten, kam ein weiterer ungeahnter Stimmungsaufheller dazu. Schallendes Gelächter durchströmte die in Corona-Zeiten stark ausgedünnte Redaktion, so manche Freudenträne floss - und fast schien es, als würde - obacht, jetzt wird's lyrisch - draußen ein Sonnenstrahl seinen Weg durch den dichten Hochnebel finden.

Es ging um die ganz banale Frage, welches Porträtbild frau am besten zur Illustration nehmen sollte. Na, da hätten Sie mal dabei sein müssen. Zum Schießen. Nein, auf dem sehe ich doof aus. Bäh, da habe ich die Augen zu. Igitt, da kennt mich ja keiner. Mann, ich bin überhaupt nicht fotogen. Also schnell ein aktuelles Bild geschossen - und noch eins, und noch eins ...

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass wir wenig später einige Kartons mit uralten Bildern aus der Redaktion entdeckten. Beim Durchstöbern und Erinnern waren ratzfatz alle negativen Gedanken verschwunden.

Übrigens: Auch ich wurde gefragt, ob ich nicht ein Mittel gegen den Herbst-Frust wüsste. Ich antwortete spontan: Blues net. Dietmar Hofmann