Die rollende Sitzung des Marktrates Wiesenttal diente der Besichtigung der Wasserversorgung und der zurzeit laufenden Baustellen für eine Gesamtsanierung.

Die Tour begann bei den beiden Tiefbrunnen in Streitberg. Während Brunnen 1 Mitte der 60er Jahre niedergebracht wurde, erfolgte die Bohrung von Brunnen 2 vor zwölf Jahren. Der ältere der beiden weist eine Tiefe von 53 Metern auf, der neuere eine Sohlentiefe von 65 Metern. Sie haben eine genehmigte Fördermenge von 12 bzw 18 Litern pro Sekunde, die wechselweise entnommen werden. Von den beiden Tiefbohrungen unterhalb der Neideck werden 16 der 22 Gemeindeteile des Marktes Wiesenttal mit einem Jahresbedarf von rund 160 000 Kubikmetern Trinkwasser versorgt.

Die weiteren sechs Ortschaften sind an die Aufseß-Gruppe (5) und Wiesentgruppe (1) angeschlossen.

Als sogenanntes "zweites Standbein" dient eine Standleitung von der Aufseß-Gruppe über einen Übergabeschacht bei Voigendorf in das Wiesenttaler Netz.

Wie Projektleiter Alexander Dürrschmidt ausführt, fällt der Brunnen 1 bei Entnahme der mittleren Wassermenge stark ab. Er müsste deshalb mit einer Fördermenge betrieben werden, die die Absenkung des Wasserspiegels wieder normalisiert, so Dürrschmidt. Hierfür sei allerdings ein Umbau der Fördertechnik im Brunnen und der Aufbereitungsanlage, notwendig.

Damit könnte die Lebensdauer möglicherweise verlängert werden. Mittelfristig sollte jedoch die Bohrung eines neuen Tiefbrunnens ins Auge gefasst werden.

Im nahen Wasserwerk konnten sich die Ratsmitglieder von einer modernen Anlage überzeugen. Dürrschmidt erläuterte die Funktion der Wasseraufbereitung. Dabei gab es Lob für einen guten Wasserwert und gute Qualität des wertvollen Nasses.

Danach ging es zur Besichtigung des Hochbehälters in Birkenreuth. Er wird saniert. Es werden Edelstahlleitungen und eine Edelstahlinnenauskleidung eingebaut.

Der Hochbälter auf dem Hohen Kreuz war das nächste Ziel. Er ist auf neuestem Stand der Technik und bekommt künftig eine direkte Zuleitung über das Lange Tal von den Tiefbrunnen unterhalb der Neideck. Es folgten Besichtigungen der Baustellen im Langen Tal, Oberfellendorf/Störnhof.

Der Hochbehälter in Streitberg wird saniert. Das heißt unter anderem, dass die Wasserkammer baulich getrennt und die Rohrinstallation erneuert wird. Nach Beendigung der gesamten Sanierungsmaßnahmen gibt es bei der Wasserversorgung Wiesenttal nur noch drei Hochbehälter. Früher waren es sieben.

Das Bassin am Hohen Kreuz (500 Kubikmeter) versorgt die Gemeindeteile Muggendorf, Engelhardsberg, Albertshof, Neudorf, Oberfellendorf, Störnhof, Schottersmühle, Wöhr, Haag und Kuchenmühle.

Der Wasserspeicher in Birkenreuth (150) versorgt Birkenreuth, Trainmeusel/Bärnecke und Wartleithen, der 250-Kubikmeter-Speicher im Schauertal die Orte Streitberg und Niederfellendorf.