Einen Antrag schickten im September Erwin Richter und Jörg Breidenbach, beide Mitglieder im Ausschuss "Klima und Energie", ins Rathaus. Die beiden Freien Wähler forderten Bürgermeister Jürgen Kohmann, ein erstes Treffen des bereits im Mai ins Leben gerufenen Ausschusses "Klima und Energie" einzuberufen. Dazu hätte er - so würde es die Geschäftsordnung (GO) vorschreiben - 14 Tage Zeit. Eine Tagesordnung mit fünf Beratungspunkten wurde beigefügt. Das Rathaus reagierte und lud den neu gebildeten Ausschuss zu einer öffentlichen ersten Sitzung in den Mehrzweckraum der Adam-Riese-Halle ein.

Die Konstituierung des Ausschusses behandelte Jürgen Kohmann vor den fünf erschienenen Mitgliedern (zwei weitere waren entschuldigt) und den drei Zuhörern plus Presse nur kurz: "Zu konstituieren gibt es da leider nichts, das ist in der GO festgelegt", erklärte er, und weiter: Er (der  Bürgermeister) sei dabei der Vorsitzende. Auch für den zweiten Punkt zur Festlegung der Zahl der Sitzungen  gab es kurzfristig Verwunderung seitens Kohmann: "Wir können nicht sagen, wir tagen einmal im Monat, wenn es keine Themen gibt. Wir berufen Sitzungen ein, wenn es Sinn macht, wenn Themen da sind, die man behandelt."

Erwin Richter (FW) wünschte sich eine Mindestzahl an Sitzungen im Jahr. Die legte der Bürgermeister dann mit Einverständnis der Ausschussmitglieder auf "einmal im Quartal plus zusätzlich bei Bedarf" fest.

"Gibt es Themen, die wir vorrangig behandeln wollen?", fragte er dann in die Runde. Da gab es einiges. Sandra Nossek (SBUN) nannte zum Thema Energie gleich mehrere Anliegen: "Gibt's ne Idee zu Solarparks oder ähnlichem? Wie gehen wir damit um? Wollen wir da mal was anstoßen?". Auch Fragen zur nachhaltigen Energiegewinnung und zur Stärkung der Regionalvermarktung lagen ihr am Herzen.

Im Stadtrat sei das Thema Energie schon längst angekommen, zählte der Bürgermeister die bisherigen Maßnahmen auf. Darunter befänden sich auch ein Blockheizkraftwerk zur Energiegewinnung, großflächige Photovoltaikanlagen auf Schulen und Bauhof. "Nach der Alka sind wir der größte Stromerzeuger in Bad Staffelstein", informierte er. Großes Sparpotenzial bringe die Umrüstung auf LED bei den Straßenleuchten, was das von Bayernwerk versorgte Gebiet in Bad Staffelstein angehe.

Sandra Nosek wünschte sich außerdem mehr Baumpflanzungen. Als positives Beispiel nannte sie die Nachbarstadt Lichtenfels, wo bei der Neuerrichtung von Stellplätzen daran zu denken sei. Kohmann antwortete, dass dies bereits in Bebauungsplänen vorgeschrieben sei, bei Einzelvorhaben jedoch nur empfohlen, nicht verpflichtend.

Unter Sonstiges fielen das Angebot von Bayernwerk und die Kosten bzw. die Art der Bezahlung bei der Umrüstung und Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Auch hier würden schon seit langem die Vorbereitungen und Planungen bzw. Angebotseinholungen laufen.

Nun erfuhr der neue Klima-ausschuss an diesem Nachmittag, dass sich die Kosten mit Demontage, Montage und Entsorgung inclusive Mehrwertsteuer auf 446 300 Euro belaufen. Die Stromkosteneinsparung pro Jahr würde rund 83 600 Euro betragen. Bisher habe die Stadt sowohl mit Energiesparlampen gut gewirtschaftet, als auch mit einer nächtlichen Reduzierung der Beleuchtung auf 50 Prozent in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr. Würde das Angebot von Bayernwerk so angenommen, könnte die Stadt genau den Betrag, der als Rate vorgeschlagen ist, durch die Stromkosteneinsparung begleichen. Stefan Dinkel (CSU) äußerte Zustimmung: "Ich glaube nicht, dass da jemand was dagegen hat." Hatte auch keiner. So erfolgte die erste Abstimmung des neuen Ausschusses: einstimmiges Ja zum Bayernwerk-Angebot. Auch das Anlegen von Blühflächen wurde auf Wunsch der Grünen/SBUN behandelt. Sie wünschen sich die Umwandlung von Rasenflächen zu Blühflächen, um einen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt zu leisten und um Lebensraum für Kleinsttiere zu schaffen. Allein die vorgeschlagenen Flächen waren nicht alle realisierbar. An "allen Randbereichen von Fahrradwegen und Straßen würde zuerst die Verkehrssicherheit stehen", sagte Kohmann.