Seit sechs Tagen gilt der neue Busfahrplan im Landkreis Coburg. Für die Verantwortlichen ausreichend Zeit für eine erste Einschätzung. Genau das tat der Beirat des Öffentlicher Personennahverkehrs (ÖPNV) unter Vorsitz von Oberbürgermeister Norbert Tessmer in seiner gestrigen Sitzung.
Frank Schäfer, ÖPNV-Beauftragter des Landkreises Coburg, gab einen ersten Lagebericht ab: "Alle Linien sind wie geplant am 1. September in Betrieb gegangen. Dies geschah ohne große Schwierigkeiten." Etwas kniffliger könnte die Situation werden, wenn ab kommenden Dienstag in der zweiten Stufe der Schulbusverkehr eingegliedert werden muss.


Gemischte Reaktionen

Trotz des zunächst gelungenen Fahrplanwechsels gibt es laut Frank Schäfer noch Verbesserungsbedarf. Denn teilweise komme es noch zu Problemen bei der Reihenfolge der Haltestellen und auch die Anschlüsse seien bisher nicht immer optimal. Daher sei auch die Rückmeldung der Verbraucher insgesamt durchwachsen, was für Frank Schäfer verständlich ist: "Bei derart umfangreichen Veränderungen des Fahrplanes ist mit einigen Verstimmungen der Fahrgäste zu rechnen, dennoch erhielten wir auch viel positive Resonanz." Die ÖPNV-Beauftragten wollen daher die Entwicklung der Nachfragen genau beobachten und versuchen, akute Probleme direkt zu lösen. "Der hohe Standard, den wir den Kunden mit den zahlreichen Linien derzeit bieten können, ist nur durch konstante Nachfrage aufrechtzuerhalten", erläuterte Frank Schäfer.
Der bisherige, reibungslose Ablauf des Fahrplanwechsels sei vor allem der gezielten Informationskampagne im Vorlauf zu verdanken, so Schäfer. Mittels Presseinformationen, Berichten in den Amtsblättern, Flyern und Infoständen wurden die Bürger der Stadt und des Landkreises über den neuen Fahrplan aufgeklärt. Auch seitens des Omnibusverkehrs Franken (OVF) wurden vorab weitreichende Vorbereitungen getroffen. So erwarb der OVF unter anderem zwölf neue Fahrzeuge, ließ Lini enwege überprüfen und schulte das Fahrpersonal. Zudem konnten sich der OVF und die SÜC Bus und Aquaria auf eine Kooperation einigen, was den Verkauf und die Anerkennung der Fahrscheine betrifft.


Unnötiger Umweg

Ein Antrag der Stadt Bad Rodach an den Kreistag wurde ebenfalls diskutiert. Marita Nehring, ÖPNV-Beauftragte für Stadt und Landkreis, erklärte die Situation: "Wird ein Rufbus zu einem Bad Rodacher Stadtteil gerufen, kann es passieren, dass der Fahrgast, der auf dem Markt in den Bus einsteigt, noch eine unfreiwillige Stadtrundfahrt durch die Dörfer erhält." Eine wenige Kilometer lange Strecke, beispielsweise zum Thermalbad, werde so schnell zur Odyssee. Abhilfe soll eine feste Verbindung zwischen dem Bahnhof und der Therme schaffen. Auch das Coburger Stadtmarketing unterstützte diesen Vorschlag. Künftig sollen zwei Busse am Vormittag von Coburg aus Richtung Thermalbad fahren und am Nachmittag wieder zwei zurück. Der ÖPNV-Beirat beschloss, dem Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Landkreises Coburg die entsprechende Einführung eines festen Thermenzubringers vorzuschlagen.


Konzessionen laufen bis 2019

Die Konzessionen für den Busverkehr in der Stadt Coburg laufen noch bis 31. September 2019. Dennoch regte Marita Nehring an, eine Neuvergabe der Rechte nicht auf die lange Bank zu schieben, denn das Vergabefahren erfordere mindestens zwei Jahre Vorlauf.


Neue Beschilderung für Radler

In Sachen Fahrradverkehr spricht der ÖPNV-Beirat den beschließenden Gremien der Stadt und des Landkreises eine Empfehlung aus: ein durchgängiges Wegweisungssystem im Radverkehr, gefördert durch das "Leader"-Programm.
Der Fördervertrag beinhaltet Mittel aus der Landesförderung sowie aus der europäischen Förderung mit einer 60-prozentigen Förderquote. Die geschätzten Kosten für eine Neubeschilderung in Stadt und Landkreis Coburg belaufen sich insgesamt auf 470 000 Euro, wovon 235 000 Euro der Bund übernehmen würde. Die andere Hälfte der anfallenden Kosten würden sich - nach Abzug der möglichen Fördergelder - der Landkreis und die Stadt zu je gleichen Beträgen teilen.