"Dass ich das noch erleben durfte", mag sich so mancher der anwesenden Feuerwehrleute in Scheßlitz schon gedacht haben, als jetzt das neue Feuerwehrauto übergeben wurde. Endlich. Aber heißt es nicht auch: "Was lange währt, wird endlich gut?" Und so hat die lange Zeit des Wartens nun ein Ende. Und wieder ist man versucht, ein "Endlich" zu setzen.

Die leere Stellfläche im Feuerwehrhaus ist wieder belegt. Für Scheßlitz ist das nach dem Löschfahrzeug LF 20 schon "das zweite neue Feuerwehrfahrzeug in diesem Jahr", wie der anwesende Erste Bürgermeister Roland Kauper (CSU) freudig berichten konnte. Das heißt: nicht ganz. Denn Scheßlitz stellt zwar den Platz und das Personal, aber im Gegensatz zum LF 20 mit einem Preis von über 400 000 Euro wurde das nun offiziell in Dienst gestellte Fahrzeug nicht von der Stadt, sondern vom Bund bezahlt und wird auch von diesem unterhalten.

So war denn auch recht "hoher Besuch" für das an und für sich in der Region nicht ganz so hervorstechende Ereignis anwesend. Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) nahm sich die Zeit dafür. Aber nicht etwa "nur" in Funktion einer Vertreterin des Bundes, sondern weil ihr die "Freiwillige Feuerwehr ein wichtiges und persönliches Anliegen" ist, wie sie vor Ort ausführte. Das bestätigten in ihren Ansprachen auch Landtagsabgeordneter Holger Dremel (CSU) und Kreisbrandmeister Bernhard Ziegmann. Gemeinsam mit ihr hat er jahrelang dafür gekämpft, dass wieder ein Fahrzeug des Bundes nach Scheßlitz kommt.

Weil das Fahrzeug im Prinzip dem Bund gehört, untersteht es somit in erster Linie auch dem Landkreis und damit dessen oberstem Vertreter, Landrat Johann Kalb (CSU). Auch er ließ es sich nicht nehmen, seiner Pflicht als quasi oberster "Kommandeur" vor Ort nachzukommen und das neue Feuerwehrfahrzeug sowie dessen Mannschaft in Scheßlitz zu begrüßen. Die wird schon seit Jahren von der Feuerwehr Scheßlitz gestellt und musste nach Ausmusterung des alten Fahrzeugs im Jahr 2014 sinnbildlich sechs Jahre lang "Trockenübungen" machen.

Doch Beharrlichkeit wird belohnt. Und das neue Fahrzeug ist endlich da. Dabei handelt es sich um ein "LF-KatS". Das heißt aber nicht etwa so, weil's "für die Katz" sein könnte, wie scherzhaft gemeint, sondern weil "KatS" für den Katastrophenschutz steht und "LF" die Abkürzung für Löschfahrzeug ist.

Das Fahrzeug hat 270 PS, verfügt über eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 2000 Litern pro Minute bei 10 bar, eine eingeschobene Tragkraftspritze und einen integrierten Löschwasserbehälter von 1000 Litern. Zusätzlich sind 600 Meter B-Schlauch an Bord, von denen 300 Meter unter der Fahrt verlegt werden können, außerdem Atemschutzgeräte und weiteres feuerwehrtechnisches Material.

Die Besatzungsstärke liegt bei neun Personen, also einem Gruppenführer und acht Feuerwehrleuten. Insgesamt verfügt das Katastrophenschutzteam in Scheßlitz über eine Stärke von 34 Kräften unter der Leitung von Zugführer Johannes Einwich. Damit wird der Einsatz rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb gewährleistet, wie Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Scheßlitz, Claus Freudensprung, im Gespräch erläuterte.

Da Gott sei Dank Katastrophenfälle des Bundes, bei denen das Fahrzeug zum Einsatz kommen soll, die Ausnahme sind und hoffentlich auch bleiben, sollen Fahrzeug und Mannschaft die übrige Zeit aber nicht untätig in der Garage bleiben, sondern sind auch in die örtliche Wehr integriert. Die Schlagkraft vor Ort wird so noch mehr gesteigert. Bewohner von Stadt und Ortsteilen erhalten zusätzliche Sicherheit.

Insgesamt verfügt die Feuerwehr in Scheßlitz laut Kauper über eine Stärke von 90 Frauen und Männern, die Tag und Nacht freiwillig ihren Dienst für die gute Sache tun. Und so betonten auch einhellig alle Rednern bei dem Ereignis den ehrenamtlichen Einsatz, ohne den die Anschaffung, "das alles", wie Emmi Zeulner treffend bemerkte, "gar nichts wäre". UB