Coburg — Ein dramatisches Stück Zeitgeschichte wird zum Theatererlebnis. Am 14. Januar präsentiert das Landestheater Coburg in der Reithalle ein ungewöhnliches Gastspiel.
"Nordost" lautet der Titel des Dokumentardramas um die Geiselnahme im Moskauer Musicaltheater im Oktober 2002, die weltweit für Schlagzeilen und Entsetzen sorgte.

Tschetschenische Kämpfer

Die 45-jährige Buchhalterin Olga freut sich mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf einen schönen Theaterabend. Auf dem Programm: eine Vorstellung des Musicals "Nordost". Doch plötzlich stürmen bewaffnete Männer den Saal - der Beginn eines Tage dauernden Geiseldramas. Insgesamt 850 Geiseln brachten die 42 schwer bewaffneten tschetschenischen Freiheitskämpfer am 23. Oktober 2002 im Moskauer Theater an der Dubrowka in ihre Gewalt.
Nach 57 Stunden wurde die Geiselnahme durch das russische Militär blutig beendet, über 170 Menschen kamen dabei ums Leben.
Auf Grundlage der historischen Ereignisse in Moskau hat der deutsche Autor Torsten Buchsteiner nach akribischen Recherchen ein dokumentarisches Drama verfasst, bei dem drei fiktive Frauengestalten sich jeweils aus ihrer Perspektive an die Ereignisse erinnern: Da ist zunächst Olga, die lange gespart hat, um sich diesen Theaterbesuch leisten zu können. Da ist die Tschetschenin Zura, 23 Jahre alt, deren Mann von russischen Soldaten ermordet wurde und die sich zur Selbstmordattentäterin ausbilden lässt.

Notärztin Tamara

Und da ist Tamara, die als Notärztin vorgelassen wird: Sie trauert um ihren Mann, einen russischen Soldaten, der sich nach seinem Einsatz in Tschetschenien das Leben genommen hat. ct