Die Corona-Pandemie hat die Welt und damit auch Bamberg auf den Kopf gestellt. Das gilt auch für die gestrige Vollsitzung des Bamberger Stadtrats, in dem der Situationsbericht von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) kurzfristig nach vorne gezogen wurde. Hier die wichtigsten Punkte aus seiner Beschreibung der Lage. 1 Infektionszahlen: Noch acht Personen sind in der Stadt Bamberg zum Zeitpunkt der letzten Erhebung (17. Juni) infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner für Bamberg beträgt 2,58 und liegt damit deutlich unter dem Bundesschwellenwert und auch dem bayerischen Signalwert. Bisher waren in Bamberg 208 Personen infiziert, davon gelten 178 als geheilt. 22 Menschen sind in der Stadt Bamberg an bzw. mit Covid-19 gestorben. 2 Kosten: Neben dem Wegfall auf der Einnahmenseite bei der Stadt Bamberg - beispielsweise durch wegbrechende Gewerbe- oder Umsatzsteuereinnahmen, schlagen auch Mehraufwendungen zu buche, die direkt durch die Coronakrise hervorgerufen wurden. Die unmittelbar coronabedingten Mehraufwendungen sind aktuell mit 1,98 Mio. Euro zu beziffern (inklusive Bamberger Rettungsschirm). 3 Rettungsschirm: Der Bamberger Rettungsschirm werde als adäquates Instrument von Unternehmen gelobt. Er ist inzwischen ausgeschöpft. 143 Anträge für eine Darlehenssumme von 2 135 100 Euro sind bei der Stadt eingegangen, 117 Anträge wurden bewilligt und in der Folge 1 477 600 Euro ausgezahlt. 4 Wirtschaft: Am schwersten sind aktuell Gastronomie, Hotellerie, Reisebranche und Veranstalter betroffen. Für andere Branchen, z.B. Handwerk, wird ein zeitlich verzögerter Einbruch erwartet. Drängendste Fragen der Unternehmen betreffen Liquiditätsengpässe und Finanzierungsprobleme. Derzeit sind 1973 Arbeitslose in der Stadt Bamberg gemeldet, das sind 456 mehr als im Vorjahr (Mai 2019), der übliche Rückgang im Frühjahr ist damit nicht erfolgt; Arbeitslosenquote Mai 2020: 4,6% in der Stadt Bamberg (Mai 2019: 3,6%). 5 Freischankflächen: Diese können erweitert werden, vorausgesetzt, dass unter anderem bereits eine genehmigte Freischankfläche existiert und, dass die Rettungs-, Geh- und Radwege freigehalten werden. Deshalb muss sich jeder Betrieb zunächst an die Wirtschaftsförderung wenden. Die Verwaltung prüfe dann schnellstmöglich jeden einzelnen Fall. Bislang seien 56 Anfragen eingegangen, von denen 33 bewilligt wurden. 6 Schulen: Die angebotene Notbetreuung in Schulen in den Pfingstferien wurde nur in sehr geringem Maße nachgefragt. Von den über 2100 Grundschülern im Stadtgebiet nahmen in der ersten Woche weniger als fünf Kinder die Betreuung wahr, in der zweiten Woche schwankte die Zahl zwischen 12 und 14. Mit Wirkung vom 15. Juni 2020 sind "Unterricht und sonstige Schulveranstaltungen im Sinne des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (...) zulässig". Spätestens ab dem 22. Juni kommen nun auch die Schüler wieder in die Schulen, für die seit Beginn des Lockdowns keine Präsenzangebote vorgehalten werden konnten. Bis zu den Sommerferien werden in der Regel alle Schüler alternierend unterrichtet. Meist wird wochenweise zwischen Teilschülergruppen gewechselt. 7 Kindertagesstätten: Die Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege wurden zuletzt mehrmals erweitert. Im Ergebnis führt das zu einer Nutzerzahl von 2 003 Kindern in den Kindertageseinrichtungen (Krippe, Kindergarten, Hort) zum Stichtag 17. Juni. Dies entspricht einer Nutzung von 65 Prozent der vorhandenen Betreuungsplätze im Stadtgebiet (zum Vergleich: am 20. Mai lag die Nutzung noch bei 23,5 Prozent). Bamberg liegt damit deutlich unter der von der Bayrischen Staatsregierung erwarteten Quote von 80 Prozent. Ab 1. Juli soll nach Beschluss der Bayerischen Staatsregierung zum eingeschränkten Regelbetrieb übergegangen werden. Das bedeutet, dass alle Kinder ihre KiTa wieder regulär besuchen dürfen, sofern sie keine Krankheitssymptome aufweisen und seit 14 Tagen keinen Kontakt mit einer infizierten Person hatten bzw. keiner anderen Quarantänemaßnahme unterliegen. 8 Infektionszahlen: Die Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie von Behinderteneinrichtungen dürfen zwischenzeitlich wieder Besuch empfangen. Nach einem kurzzeitigen Vorkommen von Infektionen in zwei Einrichtungen gelten derzeit alle Alten- und Pflegeheime in Bamberg als infektionsfrei. 9 Musikschule: Seit 11. Mai hat die Musikschule unter Einhaltung eines umfangreichen Schutz- und Hygienekonzeptes wieder geöffnet und bietet Einzelunterricht als Präsenzunterricht an Seit 15. Juni sind nun auch wieder Kleingruppenunterricht und Ensembleproben ohne Begrenzung der Personenzahl möglich. red