Die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie bremsen die Landwirte nicht nur im Wirtschaften auf ihrem Hof. Auch der Kampf für ihre Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft wurde unterbrochen. Ehe das Land in Starre gelegt wurde, hatten die Bauern mit großen Demos für Aufsehen gesorgt.

"Viele Landwirte zeigten Flagge und haben dafür gesorgt, dass die Bauern wieder kampagnenfähig wurden. Es wurden Leute in nie gekanntem Ausmaß mobilisiert", sagt BBV Kreisobmann Martin Flohrschütz. Ausdrücklich erwähnt er die neu entstandene Bewegung "Land schafft Verbindung", in der sich vor allem junge Landwirte engagieren. Wurde der öffentliche Kampf für die Interessen der Bauern unterbrochen - die Kritik bleibt. "Die Düngeverordnung wurde wider besseres Wissen beschlossen. Das ist die zweite große Enttäuschung nach ,Rettet die Bienen' innerhalb eines Jahres", sagt Martin Flohrschütz. Das Volksbegehren habe Politikern der ÖDP gedient, sich persönlich zu profilieren - auf Kosten der landwirtschaftlichen Familienbetriebe. Konstruktive Zusammenarbeit sei jedoch verweigert worden: "Als wir mit dem Aktionsbündnis diskutieren wollten, wie das Volksbegehren in Coburg umzusetzen ist, hat man sich in Deckung begeben und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht." Das ärgert den Obmann besonders, "weil der Bauernverband mit seiner Infrastruktur und seinen Mitgliedern einen großen Beitrag geleistet hat, dass der Verkehrslandeplatz in Wiesenfeld nun nicht kommt". Ein Ziel, das gemeinsam mit vielen erreicht wurde, die im Aktionsbündnis dann den Schulterschluss mit den Bauern wieder aufkündigten.

Die Kritik der Bauern an der neuen Düngeverordnung bleibt. Sie richtet sich vor allem gegen die Art, wie es zur Ausweisung der sogenannten roten Gebiete kommt, in denen der Düngereinsatz stark reglementiert wird. Hier geht es den Betrieben vor allem um die Messverfahren. Wenn Corona auch vieles lähmt, versichert Martin Flohrschütz doch: "Eine Musterklage des BBV gegen diese Verordnung ist in Arbeit." rlu