Abstand halten im öffentlichen Raum: Das ist wegen der Corona-Pandemie geboten, aber nicht immer leicht einzuhalten. Gehwege sind oft eng, und auf die Straße auszuweichen nicht die bessere Alternative. Deshalb hatten Stadtratsmitglieder von Grünen, WPC, Coburger Liste und Linke beantragt, dass das Ordnungsamt Konzepte entwickeln solle, wie mehr Platz auf Alltagswegen geschaffen werden könne.

"Wir müssen uns als Verwaltung Gedanken machen, wie wir Abstände wahren können", räumte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) ein. Aber "eine zügige Konzepterstellung durch die Verwaltung ist an dieser Stelle nicht leistbar", denn die Verwaltung sei mit der Bewältigung der Corona-Pandemie ausgelastet. Der Antrag solle deshalb abgelehnt werden; die Verwaltung werde aber vieles, was mit dem Antrag gewünscht sei, umsetzen - wie schon in den vergangenen Wochen. Nach kurzer Diskussion zogen die Antragsteller das Papier zurück. Ina Sinterhauf (Grüne) kündigte an, dass man konkrete Vorschläge machen werde, was wo umgesetzt werden sollte.

Der Vorschlag der SPD, in der Von-Merklin-Straße in Scheuerfeld Tempo 30 anzuordnen, soll nun zumindest von der Verwaltung geprüft werden. Stadtrat Roland Eibl (CSJ/JC) wandte sich zwar gegen das Anliegen: Die Von-Merklin-Straße sei eine Durchgangsstraße, deshalb könne dort keine Tempo-30-Zone eingerichtet werden, auch wenn viele Scheuerfelder das wünschen würden. "Wir sind dazu da, Lösungen zu schaffen, und nicht immer nur aufzuzeigen, was nicht geht", erwiderte OB Sauerteig. Das Anliegen sei im Wahlkampf mehrfach an ihn herangetragen worden.

Helfen mit der Coburg-Card

Die WPC konnten zumindest einen Teil ihres Antrags retten, die Coburger mit Einkaufsgutscheinen für den heimischen Einzelhandel zu versorgen. Eine solche Aktion würde die Stadt zwei Millionen Euro kosten, die noch gar nicht im Haushalt seien, sagte Sauerteig. Allerdings können Unternehmen für ihre Beschäftigten Einkaufsgutscheine ("Coburg Card") erwerben. OB Sauerteig versprach, dass die Stadt für diese Möglichkeit, den heimischen Einzelhandel und die Gastronomie zu unterstützen, intensiv werben werde.

Ums Geld ging es auch bei einem SPD-Antrag vom Februar: Für gemeinnützige Vereine und Organisationen solle der CEB bei Veranstaltungen nur ein Viertel der Gebühren in Rechnung stellen. Dem CEB sei das rechtlich nicht möglich, wie Kämmerin Regina Eberwein erläuterte. Theoretisch wäre es zwar möglich, dass die Vereine die CEB-Rechnungen bei der Stadt einreichen und einen entsprechenden Zuschuss erhalten, sagte Eberwein. Doch dem stehe im Moment ein schriftlicher Hinweis des Innenministeriums entgegen, dass die Kommunen während der Corona-Pandemie ihre freiwilligen Leistungen nicht ausweiten dürfen.

Vereine müssten unterstützt werden, betonten Gabriele Morper-Marr (SPD) und Gerhard Amend (CSB). Dem stimmte OB Sauerteig zu: Eine entsprechende Empfehlung des Sportbeirats liege ja schon vor. Bei den nächsten Haushaltsberatungen müsse das berücksichtig werden - in einem "Gesamtkonstrukt", damit "die Vereine unterstützt werden können, die Stadt am Leben zu erhalten". sb