Etwa 70 Rassehunde mit teilweise sehr seltenen Farb-einschlägen gaben sich mit ihren Besitzern am Sonntag bei der "Golden Globe Show" in Ebern ein Stelldichein. Der Club der Kleinhunde Ebern (CdK), hatte in die Gaststätte Frankenstuben eingeladen, um dort seine Rassetiere zu präsentieren und sie einer Bewertung durch die weltweit anerkannte Zuchtrichterin Maritza Morrison vom englischen Kennel-Club zu unterziehen. Rassehunde gibt es von A bis Z, wie von "Australian Shepherd" bis "Zwerggriffon."


Teilnehmer kommen von weit her

Die Teilnehmer waren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, einige aus dem Raum Berlin und München, aber auch aus Österreich war eine Hundeliebhaberin nach Ebern gekommen, um dort ihren Vierbeiner zu präsentieren. Mit kritischen Blicken begutachtete die Zuchtrichterin Maritza Morrison die unterschiedlichen Rassetiere. Ihre Besitzer mussten sie an der Leine vorführen, wobei Gang und Haltung der Tiere bewertet wurde. Auch ihr Gebiss mussten die Tiere der Richterin zeigen und das Aussehen insgesamt spielte ein wichtige Rolle.
Am Ende der Begutachtung der "Golden Globe Show 2017" standen die Sieger fest. Als schönster Hund ("Best In Show") der Ausstellung ging der West-Highland-White-Terrier-Rüde "Challenger von den Steigerwaldhöh'n" hervor, dessen Besitzerin Angelika Schneider aus Gochsheim bei Schweinfurt kommt. Platz zwei belegte Sindy Seifert aus Hildburghausen in Thüringen mit ihrem schwarzen Shih-Tzu-Rüden "Sisco of the Chinatown."
Unter den Ausstellern war auch Norbert Neser aus Grub am Forst im Landkreis Coburg. Der 52-Jährige stellte seinen achtzehn Wochen alte Shih-Tzu-Rüden "Akascha of the Chinatown" vor. "Wir sind eine hundeverrückte Familie, die zu Hause mehrere Hunderassen hat.
Ab und zu besuchen wir Ausstellungen, aber unsere Hunde haben wir aus Liebhaberei", sagt Norbert Neser. Er merkt an, dass er, seine Schwester und sein Neffe nicht so ehrgeizig seien, um bei Ausstellungen möglichst Preise zu erhaschen.
Vielmehr nähmen beide aus Spaß an der Freude mit den Tieren teil. Zuerst hatte Neser Schäferhunde. "Jetzt wurden sie etwas kleiner und handlicher", sagt er, während er "Akaschas" Fell bürstet und sie liebevoll im Arm hält.


Aus Eberner Club hervorgegangen

Warum hat der Club der Kleinhunde seinen Sitz ausgerechnet in Ebern, wo der Verein doch international ist? "Ursprünglich wurde er als regionaler Verein in Ebern gegründet", erläutert Christine Andres aus Offenbach, seit 2013 Vorsitzende des CdK. Die "Hundeszene" hat sich nach ihren Worten in den letzten 20 Jahren enorm verändert. "Durch die internationale Vernetzung gibt es heute wesentlich mehr Hunderassen in Deutschland, weshalb ich zur Zukunftssicherung des CdK eine Neuausrichtung des Vereins durchführte", sagt Christine Andres.
Dass auch die Vorstandsmitglieder "weit verstreut" sind, sehe man daran, dass eines in Friedeburg im hohen Norden wohnt. Der Kassier des Vereins, Kurt Paulus, kommt aus dem Rentweinsdorfer Ortsteil Lind.


Seltene Rassen

Sehr seltene Rassen waren in Ebern unter den 70 Tieren zu sehen, die teilweise noch nicht von Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt wurden. "Hervorheben möchte ich hierbei die Rasse ,Mi-Ki' aus den USA sowie den ,Chinese Imperial Shih Tzu'. Eine große Anzahl an Scheckenschnauzern haben wir ebenfalls an diesem Tag zu Gast, die in Deutschland schon vor dem Zweiten Weltkrieg gezüchtet wurden", sagt Christine Andres.
Etwa 15 Prozent der Mitglieder beim CdK kommen heute aus dem Bereich Ebern, obwohl die Geburtsstunde des Vereins in der kleinen unterfränkischen Kleinstadt war, erläuterte die Vorsitzende.
Das liege daran, dass sich der CdK zu einem überregionalen und internationalen Verein entwickelt habe und deshalb viele Mitglieder aus dem Ausland kommen.
Die Überprüfung und Bewertung der Hunde richtet sich nach den jeweils für die Rasse gültigen Standard. "Für mich ist England nach wie vor das traditionelle Hundeland", sagt Christine Andres. Die Zucht-richter würden auch in diesem Land gründlich ausgebildet, bevor sie im Ausland, wie Maritza Morrison, richten dürfen. Diese Richterin, bzw. ihr Zuchtzwinger Lewis Isle genieße in der Zucht der Cavalier-King-Charles-Spaniels weltweit höchstes Ansehen.
"Wir freuen uns sehr, dass wir im nächsten Jahr das 25. Jubiläum des CdK feiern können", kündigt die Vorsitzende an. Dieses Ereignis werde mit einer "Zweititelschau" am 17. Juni kommenden Jahres im Kursaal in Bad Salzhausen durchgeführt. "Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits auf Hochtouren", so die Vorsitzende.
In Ebern werden nach wie vor alle zwei Monate regionale Treffen mit Hundewanderungen angeboten. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, kann sich unter www.cdk-ebern.de im Internet informieren oder sich per Mail an cdk-ebern@arcor.de wenden.