Wie denken die Akteure, die damals im Stadtrat saßen, heute über die Standseilbahn?

MdL Inge Aures (SPD) ist überzeugt, dass der Bürgerwille umgesetzt wurde. "Damit habe ich die OB-Wahl gewonnen. Die Menschen wollten die Standseilbahn nicht", sagt sie. Am wichtigsten sei ihr immer gewesen, die Touristen in die Kernstadt zu lotsen, "damit Handel und Gastronomie etwas davon haben". Nachdem andere Lösungen abgelehnt wurden, sei der Buspendel eingeführt worden und "super gelaufen". Neuerliche Seilbahnpläne könne sie nur befürworten, "wenn Ein- und Ausstieg in der Innenstadt sind".

Stadtrat Stefan Schaffranek (WGK) sagt: "Ich habe die Entscheidung sehr bedauert." Der ganze Aberwitz an der damaligen Debatte werde daran deutlich, dass die Stadt Kulmbach ihren Eigenanteil in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Mark bereits ausgegeben hatte - für Planung und Grundstückskäufe. Sollte eine Seilbahnprojekt in Kulmbach jemals wieder auf den Tisch kommen, so Schaffranek, "unterstütze ich jede Bemühung, wenn Ein- und Ausstieg am richtigen Platz sind".

Stadtrat Lothar Seyfferth (CSU) glaubt: "Damals wurde eine historische Chance vertan." Von der Buchwaldstraße hält er gar nichts und meint: "Wenn die Förderung passt, sollte man sich des Themas Schrägaufzug oder Seilbahn zur Kulmbacher Plassenburg wieder annehmen."

Volker Wack (Die Grünen) war ein erklärter Seilbahngegner, aber nicht weil der Burgberg verschandelt worden wäre, sondern weil man ÖPNV-Mittel zweckentfremdet hätte. Heute hätte der ehemalige Stadtrat nichts gegen eine "pfiffige Idee", gegen eine Schwebebahn oder einen Lift. "Aber was will ich auf der Burg, wie sie heute ist? Die Museen sind zum Teil peinlich, ein Gruselkabinett", so Wack. Man brauche Fachkräfte, gute Ideen und Geld, um die Ausstellungen aufzuwerten. Das Potenzial der Plassenburg "mit ihrem wunderschönen Ambiente" werde nicht genutzt. tir