Gaststätten müssen aufgrund der Corona-Bestimmungen Kontaktdaten ihrer Gäste erheben. Immer wieder hört man, dass es dabei zu Problemen kommt oder der Datenschutz nicht eingehalten wird. Wie steht es mit der Namensangabe im Landkreis?

Neue Abläufe

Die erste Frage in den Gaststätten lautet meistens nicht mehr: "Was darf ich Ihnen bringen?", sondern: "Könnten Sie bitte Namen und Anschrift eintragen." Die Staatsregierung verlangt das Führen einer Gästeliste, um im Fall eines nachträglich identifizierten Covid-19-Falls unter den Gästen oder dem Personal eine Kontaktverfolgung zu ermöglichen.

In dem Gesetzestext heißt es, "die Gästeliste ist so zu führen und zu verwahren, dass Dritte sie nicht einsehen können". Offen einsehbare, sogenannte "laufende Listen" widersprechen dem Datenschutz. Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat deswegen in einem Rundbrief seine Mitglieder darauf hingewiesen, dass "jeder Gast seine Daten auf einem Einzelbogen angeben" muss. Listen, auf die sich Personen selbst nacheinander eintragen und dabei die Daten der vorher Eingetragenen sehen, gelten als unzulässig.

Von unserer Redaktion befragte Gaststättenbesitzer gaben übereinstimmend an, dass es bei der Aufzeichnung der Daten in der Regel keine großen Probleme gebe. Ralf Schmitt von der "Sonnenbräu" in Mürsbach ist sich sicher, dass die Namen richtig eingetragen werden. "Zu uns kommen ja auch viele Stammgäste, und die kennt man sogar mit Namen. Das mag in der Großstadt ganz anders aussehen, aber bei uns werden keine falschen Namen eingetragen oder zumindest ganz selten. Manchmal gibt es einen komischen Namen, aber der muss deswegen nicht falsch sein."

Keine Probleme

Jürgen Stahl von den "Frankenstuben" in Ebern hat sich für eine Aufzeichnung entschieden, bei der es mit den Namen und dem Datenschutz keine Probleme gebe. "Wir schreiben die Daten unserer Gäste selbst auf und so sind die Namen für keinen einsehbar. Vereinzelt scheut sich schon mal einer, aber da weisen wir ihn auch darauf hin, dass wir gesetzlich dazu verpflichtet sind", beschreibt der Gastwirt aus Ebern.

Sandra Aumüller vom "Hotel/ Landgasthof Wallburg" in Eltmann sagt: "Toi, toi, alles tip top. Wir kennen unsere Gäste in der Regel, meist sogar mit Namen, und da gibt es keinerlei Probleme. Die tragen ihre Namen richtig ein, und das gilt erst recht für unsere Hausgäste. Natürlich bedeutet das für uns einen größeren Aufwand, aber Schwierigkeiten habe ich in dieser Sache noch nicht gehabt."

Die Datenerfassung sieht Jürgen Berninger vom gleichnamigen Weingut in Ziegelanger gelassen. "Bei fremden Gästen muss man sich einfach auf die Daten verlassen können." Fantasienamen seien ihm noch nicht aufgefallen; höchstens könne es vorkommen, dass man bei einem Namen einmal misstrauisch werde. "So habe ich einmal den Namen ,Sepp Maier‘ gelesen und dachte gleich an den bekannten ehemaligen Torhüter des FC Bayern München. Deswegen schaute ich mich einmal im Gastraum um, und da stellte sich heraus, dass ein Gast tatsächlich Sepp Maier hieß. Natürlich war dies nicht der ehemalige Torwart."

Maske ist wichtig

Etwas anders verläuft es anscheinend mit der Maskenpflicht. Im Außenbereich muss man bei ausreichendem Abstand keine Maske tragen, aber im Innenbereich von Gaststätten, Restaurants, Hotels oder auch Cafés und Eisdielen gilt die Maskenpflicht. Gäste müssen in allen Bereichen, außer am Tisch, Masken tragen, also ab Betreten des Restaurants und auch beim Gang zur Toilette. Dies gilt auch für den Biergarten, sobald man vom Tisch aufsteht.

Ralf Schmitt hatte seinen Biergarten "Sonnenbräu" den Sommer über geöffnet und war mit der Einhaltung der Hygienebestimmungen durch seine Gäste sehr zufrieden. "Mit den Masken hat es gut funktioniert", zieht er eine positive Bilanz.

Sandra Aumüller in Eltmann spricht von nur ganz wenigen, die gerne auf ihre Maske verzichten wollten. Dabei werde vereinzelt auch ein Attest vorgelegt, schildert sie.

Nach Meinung von Jürgen Stahl von den "Frankenstuben" hat sich das Maske-Tragen mit der Zeit eingespielt. Beim Gang zur Toilette werde sie manchmal "vergessen". Insgesamt achte aber die Mehrheit der Gäste auf die Maskenpflicht.