von unserem Redaktionsmitglied 
Martin Kreklau

Mainroth — Wenn es im Fußall so etwas wie eine Wundertüte gibt, dann trifft diese Bezeichnung auf die SG Roth-Main II in der A-Klasse 5 Kronach zu. Bei dieser Mannschaft weiß man nie so genau, was die nächste Partie bringt. Kantersiegen wie gegen den SV Friesen III (4:0), die SG Wallenfels/Zeyern (6:1) oder die SG Gärtenroth/Danndorf (4:1) stehen bittere Pleiten wie gegen den FC Seibelsdorf (0:5), Johannisthal II (0:3) und zuletzt den SV Seelach (0:5) gegenüber.
Die Niederlage gegen den SVS war besonders hart, denn sie wäre durchaus vermeidbar gewesen. Im ersten Durchgang begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, die Roth-Mainer hatten zahlreiche Chancen, trafen aber das Tor nicht. Die Seelacher machten es vor eigenem Publikum besser und gingen bereits mit einer beruhigenden Zwei-Tore-Führung in die Halbzeitpause. Als der an diesem Tag überragende Johannes Hofmann zehn Minuten nach dem Seitenwechsel auf 3:0 erhöhte, war der Widerstand der Gäste gebrochen.
Die Bilanz dieser leistungstechnischen Achterbahnfahrt kann sich aber sehen lassen: Immerhin steht die SG Roth-Main II derzeit mit 20 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz mit nur sechs Punkten Rückstand auf Rang 3.
Dafür wartet auf die Truppe von Trainer Alexander Beck jetzt ein echter Brocken: Der VfR Schneckenlohe stellt mit 56 Treffern den gefährlichsten Angriff der Liga. Angeführt wird dieser von Jannik Günnel, dem 20-jährigen Talent, das bisher 13 Treffer erzielt hat. Dahinter folgen Matthias Beyer und Sebastian Ernst mit jeweils neun Toren. Bereits vor der Saison haben Spielertrainer Christian Fischer und Trainer Ralf Wagner betont, dass sie den Zuschauern attraktiven Fußball bieten wollen - und bislang ist das gelungen. Schneckenlohe blickt auf eine beeindruckende Serie zurück: Seit dem 16. August dieses Jahres wurde die Mannschaft nicht mehr bezwungen. Zuletzt schickte die Wagner-Elf die SG Höfles-Vogtendorf/Fischbach mit 6:0 nach Hause.


Auf die Abwehr konzentrieren

"Wenn man gegen eine Mannschaft spielt, die schon 56 Tore geschossen hat, dann muss man natürlich erstmal hinten dicht machen", sagt SG-Trainer Alexander Beck, "und wenn wir deren Angriff im Griff haben, dann wird uns vorne selbst schon etwas einfallen." Für die Tore ist bei der Roth-Mainer "Zweiten" derzeit vor allem ein ehemaliger Torhüter zuständig: Sebastian Eideloth. Er hat in dieser Saison schon siebenmal eingenetzt und führt damit die interne Torschützenliste der SG Roth-Main II an.
Dass es gegen Schneckenlohe nicht einfach wird, ist Beck klar. "Sie sind seit zwei Monaten ungeschlagen und damit auf jeden Fall Favorit. Allerdings sind sie auswärts nicht ganz so stark wie zu Hause, das ist unser Vorteil. Vielleicht können wir sie ja ein bisschen ärgern."