Mit viel Abstand untereinander tagte der Knetzgauer Gemeinderat am Montagabend im Rats- und Kultursaal.

Bei der letzten Sitzung in der auslaufenden Amtszeit wurde unter anderem ein Teil des Bebauungsplans "Höret II" Knetzgau aufgehoben. Dies wurde notwendig, weil ein Eigentümer seine Grundstücke im westlichen Bereich des geplanten Baugebietes trotz intensiver Bemühungen der Gemeinde nicht verkaufen will. "Um die gemeindliche Restfläche effizient zu nutzen, ist eine Nachverdichtung notwendig", sagte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD). Das Ingenieurbüro Baur Consult wird nun einen Vorentwurf anfertigen, wie die Baugrundstücke optimal angeordnet werden können.

Gemeinderat Michael Melber war der Auffassung, dass es sinnvoll wäre, den Bebauungsplan nicht abzuändern. Damit könne man Kosten und Verwaltungsaufwand sparen, falls sich der Eigentümer doch noch irgendwann zum Verkauf entschließen sollte, so Melber. Bürgermeister Paulus wies die Anregung zurück und begründete dies, dass man nicht über Gebühr Bauflächen ausweisen könne und dass es sonst zu Problemen bei der Genehmigung eventuell weiterer Baugebiete kommen könnte. Bei der Abstimmung gab es eine Gegenstimme.

Abschied aus dem Gemeinderat

Der Vorsitzende des gemeindlichen Rechnungsprüfungsausschusses, Heinrich Düring, trug seinen Bericht zur Prüfung der Jahresrechnung 2017 vor. Einige kleinere Mängel wurden beanstandet, die aber durch Stellungnahmen der Verwaltung rasch geklärt werden konnten. Die Entlastung wurde einstimmig erteilt.

"Ich war noch Schüler, als Heinrich Düring sein Amt als Gemeinderat vor 36 Jahren antrat", berichtete Stefan Paulus mit Blick auf das Ausscheiden einiger Gemeinderäte zum 1. Mai. Wegen der Corona-Krise könne zurzeit keine offizielle Verabschiedung stattfinden, aber der Bürgermeister versicherte, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werde: "Das wird nicht zwischen Tür und Angel vollzogen, sondern angemessen und würdevoll."

Weiterhin gab Paulus bekannt, dass bisher 14 Personen im Gemeindegebiet mit dem Coronavirus infiziert wurden. Zehn davon hätten die Krankheit aber schon wohlbehalten überstanden. Als Appell an die Bürger sagte Bürgermeister Paulus, dass die Beschränkungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten, denn sonst sei die Gefahr, dass alle bisherigen Bemühungen verpufften.