Von Leipzig bis zum Allgäu kommen Anfragen zu der Jugendattraktion der Litzendorfer, der 2019 eingeweihten Pumptrackanlage, die während der Coronazeit von jugendlichen Sprayern noch aufgehübscht wurde. Laut Erstem Bürgermeister Wolfgang Möhrlein ( CSU ) steigert die Anlage die Attraktivität Litzendorfs. Und obendrein: Die Nachfrage nach Bauplätzen sei konstant groß, und auch die neu geschaffenen Kitaplätze seien schon wieder ausgebucht. Eine solche Attraktivität könne laut Gemeindejugendpfleger Franz Bezold auch die " Trendsportart Nummer eins", das Mountainbiken , für sich in Anspruch nehmen. Er sprach sich dafür aus, den Wildwuchs an mittlerweile entstandenen "illegalen" Mountainbike-Trails dadurch zu begrenzen, indem man rund um die Pumptrack-Anlage einen attraktiven Kurs anlegt.

"Mit solchen Muskeln wird das was", spornte das Gemeindeoberhaupt mit Blick auf die bodybuilderhafte Statur des Vortragenden augenzwinkernd an. "Natürlich hat die Jugendarbeit während der Corona-Zeit gelitten", gab sich Bezold bescheiden, jedoch habe er die Jugendlichen mit analogen und digitalen Angeboten wie Fitnessworkouts usw. erreicht. Für die Zukunft seien ein Malstudio, ein Zirkusprojekt und eine Fahrradwerkstatt angedacht, wie man anhand einer "Bedarfsanalyse" herausfand. Akzente will Bezold künftig auch in der Alkoholprävention setzen, wo Jugendliche als Suchtberater für Gleichaltrige fungieren sollen.

Rekordaushalt verabschiedet

Nur noch eine Formsache im Gemeinderat war die Verabschiedung des Haushaltes, der laut Bürgermeister Möhrlein "Mutter aller Beschlüsse". Seit der Vorberatung in der Februarsitzung hat sich praktisch nichts geändert. Für seine Haushaltsplanung erntete Kämmerer Andreas Peter fraktionsübergreifende Zustimmung. "Tolle Leistung, vorbildhafte Präsentation", lobte etwa Gemeinderat Wolfgang Heyder ( SPD ), "was nicht in jedem Gremium selbstverständlich" sei. Eine "imposante Vorstellung" assistierte Gemeinderat "Charly" Lunz (Grüne). Auch Herbert Schütz ( CSU ) stimmte in den Lobgesang mit ein: Peter habe eine "trockene Materie spannend dargestellt". Man könne mit einem "guten Gefühl zustimmen".

Die Eckdaten des Haushalts noch einmal kurz zusammengefasst: Bei einem Gesamtvolumen von 18 Millionen Euro sind alleine 8,5 Millionen für Investitionen vorgesehen. Eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass in den 1990er Jahren erstmalig die "magische Höhe" von einer Million überschritten wurde (Möhrlein). Wie schon in der Vorbesprechung erwähnt, werden keine neuen Schulden aufgenommen, was den reichlich sprudelnden Fördermitteln und den Grundstücksverkäufen geschuldet sei.

Der Schuldenstand bewegt sich auf null zu, die aktuellen Verbindlichkeiten von 1,6 Millionen Euro entsprechen einer zu vernachlässigenden Pro-Kopf-Verschuldung von 208 Euro.Gleichzeitig sitzt man auf einem dicken Liquiditätspolster, das aber aufgrund der Großprojekte wie dem Bau der Doppelsporthalle und Erschließungsmaßnahmen im laufenden Haushaltsjahr auf circa drei Millionen Euro schrumpfen dürfte. Der Haushalt wurde einstimmig angenommen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, eine Teilfläche der neu entstehenden Doppelsporthalle mit einer Photovoltaikanlage zu versehen.

Für ihr langjähriges Mitwirken im Gemeinderat wurden Claudia Beuer-Dworazik, Heinrich Heß und Rosmarie Ferner vom Freistaat Bayern geehrt.