Seit 1996 beschäftigt sich die Gemeinde Litzendorf intensiv mit der Thematik erneuerbare Energien . Ein Bespiel von vielen ist die Photovoltaik-Anlage auf der Litzendorfer Schule, die schon seit zehn Jahren zur Zufriedenheit aller Beteiligten funktioniert. Eine weitere Anlage wird auf der neuen Doppelsporthalle zum Einsatz kommen. Unter den 36 Landkreiskommunen liegt man auf Platz 6 in Sachen erneuerbare Energiegewinnung im Bereich Strom mit 194,80 Prozent.

Manuela Endres von der Energieagentur Nordbayern GmbH, Reiner Knoll von der Klimaallianz Bamberg und Robert Martin von den Regionalwerken Bamberg stellten in der letzten Sitzung des Litzendorfer Gemeinderats unter Leitung von Bürgermeister Wolfgang Möhrlein ( CSU ) ihre Ergebnisse im Rahmen des Energiecoachings vor. Die Bewerbung der Gemeinde Litzendorf fand bereits 2019 statt und die Maßnahme wird zu 100 Prozent von der Regierung von Oberfranken gefördert.

Energetische Bewertung

Die Referentin erläuterte detailliert die Vorgehensweise der Energieagentur. So wurden die Energieversorgungsstruktur vor Ort analysiert, Erzeugungs- und Einsparungspotentiale verdeutlicht und kommunale Liegenschaften energetisch bewertet, inklusive einer umfassenden Analyse eines Gebäudes . Ein Aktionsplan ist erarbeitet worden und erste konkrete Maßnahmen sind beschrieben worden.

Manuela Endres stellte exemplarisch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für mögliche Carports mit PV-Anlage an der neuen Doppelsportanlage und eine weitere PV-Anlage für das Hebewerk vor.

Informiert wurde der Gemeinderat auch über die konkreten Ergebnisse der Begehung einzelner kommunaler Liegenschaften mit Energiechecks und Empfehlungen zur energetischen Optimierung bzw. Sanierung der Gebäude . Reiner Knoll, technischer Mitarbeiter bei der Klimaallianz Bamberg, schlug in diesem Zusammenhang die Einführung einer kontinuierlichen Energieverbrauchserfassung für Wärme und Strom vor. Ein regelmäßiges Controlling, mindestens quartalsweise, sollte erfolgen, um Abweichungen aktiv und zeitnah entgegenwirken zu können.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde empfohlen, ein „Kommunales Energiemanagement“ für die Gemeinde Litzendorf einzuführen. Für Robert Martin wäre das eine Aufgabe, die auch von den Regionalwerken Bamberg übernommen werden könnte.

Dem Gemeinderat wurde eine umfangreiche Dokumentation der Ergebnisse zur Verfügung gestellt. In den Unterlagen ist unter anderem eine Excelliste enthalten. Anhand der in der Datei zu beantwortenden Fragen kann eine „Ist-Analyse der Klimaschutzaktivitäten“ generiert werden. Hierdurch lassen sich entsprechende Wirkungen auf den Klimaschutz ableiten.

„Daueraufgabe“

Bürgermeister Möhrlein sprach davon, dass die beschriebenen Maßnahmen eine Daueraufgabe für die Kommune sein würden. Es sei entscheidend, „dass die Bürger dabei mitgenommen werden“. Ein kontinuierlicher Abwägungsprozess sei in diesem Kontext notwendig, Möhrlein bat dabei um entsprechende Vorschläge von den im Gemeinderat vertretenden Fraktionen und Gruppierungen. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik könnte für den Bürgermeister eine erste Maßnahme sein. Schaffe doch der Einsatz energieeffizienter Beleuchtung einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und nach kurzer Zeit auch finanzielle Einsparungen.