Der Landkreis Bamberg hat jetzt einen Jugendkreistag. Aufgrund der aktuellen Situation tagte dieses Gremium bei der Premiere online, 27 Jugendliche von 14 Schulen waren zur konstituierenden Sitzung angemeldet. Jede Schule konnte zwei Personen entsenden.

Zugeschaltet waren Landrat Johann Kalb ( CSU ) und die benötigte Fachkompetenz aus dem Landratsamt. Dazu gehörte auch Vanessa Hohmann aus dem Bildungsbüro des Landkreises, die die gewählten Jugendlichen betreuen und unterstützen wird. Der Landrat sprach davon, dass im Landkreis Bamberg die Jugend einen festen Platz in der Gesellschaft hat. „Junge Menschen müssen ihre Vorstellungen und Ideen einbringen können.“

Bei der ersten Sitzung verabschiedete der Jugendkreistag eine Geschäftsordnung, und auf Vorschlag der Jugendlichen standen bereits drei konkrete Themen auf der Tagesordnung . So wurde über Linientaxis für die Landkreisgemeinden, über eine Plattform zur Vernetzung der Veranstaltungen für Jugendliche im Landkreis und über die Einrichtung von Hochbeeten im Schulgarten der Mittelschule Baunach diskutiert.

Mit Antonia Hahn aus Hirschaid und Ken Öztürk aus Bamberg wählte der Jugendkreistag sich zwei Sprecher aus seiner Mitte. Bei einem Online-Meeting sprachen die beiden Gymnasiasten schon fast so routiniert wie Profis über ihre Motivation und ihre Vorstellungen in Bezug auf den Jugendkreistag.

Antonia Hahn (17), Schülerin der 11. Klasse am Eichendorff-Gymnasium, hat sich schon länger mit Politik beschäftigt und bereits Veranstaltungen und Sitzungen besucht. Unterstützt wird sie dabei auch von dem Hirschaider Bürgermeister Klaus Homann, der sie mitnimmt, ihr Strukturen und Abläufe erklärt und mit dem sie sich gerne austauscht.

So eine Art Mentor hat Ken Öztürk (17), Schüler der 10. Klasse am Franz-Ludwig-Gymnasium, nicht. Er war aber schon bei einer Sitzung des Bamberger Stadtrats dabei, wo es um Klimaschutzziele ging und wo man nach seiner Meinung „die ersten kleinen Schritte in die richtige Richtung gemacht hat“. Darüber hinaus ist er aktiv bei Fridays for Future (Bamberg) dabei und Ansprechpartner der Greenpeace Jugend Bamberg.

Beide betonten im Gespräch immer wieder, dass sie sich ihre politische Meinung selber bilden wollen. Insbesondere im Hinblick darauf, dass sie ja bald volljährig werden und dann auch wählen dürfen. Beide sind von ihren Sozialkundelehrern bzw. von der Schulleitung ausgewählt und gut informiert worden. Sie wollen aktiv werden und sich an Entscheidungen beteiligen, die ihre Generation betrifft und nachhaltig beeinflussen wird.

Antonia und Ken freuen sich, wenn sie sich vielleicht bald einmal mit ihren Mitstreitern persönlich treffen können. Ihnen ist der Austausch mit den anderen Jugendlichen wichtig und sie sind sich sicher, dass sie dabei den eigenen Horizont erweitern können.

Es gibt viel zu tun

Aufgrund der allgemeinen Situation tauscht man sich im Augenblick nicht persönlich aus. Aber das sind die Jugendlichen ja mittlerweile gewohnt. Trotzdem gibt es allerhand zu erledigen. Man will sich beim Landrat persönlich vorstellen, eine Planungsgruppe bilden und an den Ideen für die Veranstaltungsplattform weiterarbeiten. Ob es nun ein Instagram-Kanal, eine App oder eine Webseite werden wird, muss noch besprochen werden. Beide sind zu Recht auch schon ein bisschen stolz, zu den Ersten zu gehören, die einem solchem Gremium angehören, und noch dazu sind sie zu Sprechern ihrer Gruppe von Gleichgesinnten gewählt worden.

Vanessa Hohmann zeigte sich sehr angetan über das Engagement und den Ideenreichtum der Jugendlichen. Sie freut sich bereits jetzt auf das nächste Treffen – ob das nun online oder in Präsenz stattfinden kann, wird sich zeigen. Schön wäre es für sie, wenn beim nächsten Mal alle Schulen mitmachen würden. Die Amtszeit des Jugendkreistages beträgt zwei Jahre.

Weitere Infos über den Jugendkreistag findet man unter

https://bildungsregion-bamberg.de/jugendkreistag-im-landkreis-bamberg.