Während die zur Sitzung des Gemeinderates Hallerndorf eingereichten Bauanträge einstimmig und ohne Diskussion von den Gemeinderäten befürwortet wurden, entspann sich bezüglich der Sanierung des zweiten Backofens in Pautzfeld eine längere Diskussion.

Für den in der Höhe des Gasthauses Kammerer befindlichen Backofen hat die Teilnehmergemeinschaft ein Nutzungskonzept entwickelt und das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ist bereit, die Maßnahme mit insgesamt 65 Prozent (60 Prozent Dorferneuerung und 5 Prozent ILE-Bonus) zu fördern. Grundlage hierfür ist, dass die Sanierung bereits im ursprünglich verabschiedeten Gesamtkonzept enthalten war. Bürgermeister Gerhard Bauer schätzte die dafür notwendigen Kosten auf rund 25 000 Euro, in Rücksprache mit Architekt Jürgen Schönfelder orientierte er sich dabei an den Kosten, welche bei der Sanierung des ersten Backofens angefallen waren.

Bisher sei zwar für diesen Posten kein Geld im Haushalt vorgesehen, erklärte Bauer, doch es sei möglich, dafür Geld aus anderen Projekten zu nutzen. So sei beispielsweise für die Radwege Geld im Haushalt eingestellt, das stattdessen für den Backofen genutzt werden könnte.

Grundstücke nötig

Nicht alle Gemeinderäte fanden diese Maßnahme sinnvoll, vor allem im Hinblick auf die prekäre Finanzlage der Kommune: "Wir können keine Gelder aufnehmen, die wir nicht haben", argumentierte Werner Fischer (WG Hallerndorf), während Angelika Pfister (CSU) wissen wollte, warum die Radwege nicht lieber gebaut würden. "Diese haben ebenfalls eine hohe Priorität", versicherte der Bürgermeister. Allein, es fehlten noch Grundstücke, damit die Planungen endlich umgesetzt werden könnten.

Katharina Rebl (fdG) plädierte dagegen für eine Nutzung der vom ALE in Aussicht gestellten Fördergelder: "Das würde auch gut ins Ortsbild passen!" Ob nicht eine kosmetische Aktion ausreichen könnte, wollte Stephan Beck (WG Willersdorf-Haid) wissen. "Bei einer kosmetischen Aktion spielt das Amt für Ländliche Entwicklung nicht mit", entgegnete Bauer. Ohne Nutzung und Nutzungskonzept gibt es keine Förderung. Zudem möchte das ALE die Maßnahme als solche endlich abschließen und wünscht die Beantragung binnen eines Vierteljahres, weist der Bürgermeister darauf hin, dass diesbezüglich für Hallerndorf nicht viel Zeit zur Entscheidung bleibt.

Die bisher aktiven Nutzer des Pautzfelder Backofens würden mit Eigenleistungen zur Sanierung beitragen, Thomas Bauer (WG Pautzfeld) wies darauf hin, dass dieser von Anfang an Bestandteil der Planungen war. Er plädierte dafür, die Dorferneuerung Pautzfeld anständig abzuschließen, so, wie es vor zwölf Jahren beschlossen worden war, zumal von den veranschlagten 25 000 Euro die Gemeinde lediglich 35 Prozent tragen müsse. Mit fünf Gegenstimmen und zehn Befürwortern entschieden sie sich für die Sanierung des Backofens.